/ KONTAKT/ IMPRESSUM
/ DEUTSCH/ ENGLISH

CTT kriegt die Kurve

Mit einem neuartigen Bahnhof fertigt der CTT Ganzzüge und kombinierte Verkehre ab. Das Besondere: Der Neubau liegt in einer Gleiskurve. So erhält der Terminal größere Flächen und lagert die Boxen noch effektiver.

 

„Wir sind fit für die Zukunft!", sagt Thomas Schwarz, Leiter der Containeradministration am HHLA Container Terminal Tollerort (CTT). Er betreut den Ausbau des Terminals im Bereich Hinterland und weiß genau, wovon er spricht: „Wenn die Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs vollständig abgeschlossen ist, erreicht der Terminal auf der Schiene eine fast achtfache Umschlagkapazität."

Der neue Bahnhof

Auf dem verfüllten Becken des Kohleschiffhafens entstand auf rund 70.000 Quadratmetern der neue CTT-Bahnhof. Für Seehafenterminals weltweit einmalig ist der Schienenverlauf. Um auf dem vorhandenen Gelände möglichst große, zusammenhängende Flächen für die Containerlagerung zu erhalten, liegt der Bahnhof in einer Gleiskurve.

 

Erstmals be- und entlädt Tollerort auf der so verlängerten Schienenführung nicht nur Zugteile, sondern zeitgleich bis zu fünf 720 Meter lange Ganzzüge. Hier werden nicht länger nur die Überseecontainer der Schiffe umgeschlagen, sondern auch die Abfertigung von kombinierten Verkehren ermöglicht. Dabei handelt es sich beispielsweise um Waren, die aus Buxtehude per Lkw zum CTT gebracht und von dort aus auf der Schiene nach München transportiert werden. Der Terminal hält dafür auf der Westseite des Bahnhofs etwa 100 Übergabe- und Stellplätze für 40-Fuß-Boxen bereit. Um den neuen Bahnumschlag am Tollerort so effektiv wie möglich auszuführen, kommen gleich mehrere technische Neuerungen zum Einsatz: 

 

  • Angepasst an die Schienenführung arbeiten auf fünf Gleisen bislang drei spezielle Transtainer. Diese besonderen Bahnkräne sind über eine Kugeldrehverbindung zwischen Fahrwerk und Stahlkonstruktion kurvengängig. Die Fahrwerke bewegen sich auf den einzelnen Schienensträngen unterschiedlich schnell, das garantiert ein gleichmäßiges Fahren der Kurve.
  • Die Steuerer der neuen Transtainer erwartet hoher Komfort. Die Kanzeln sind mit an der Decke montierten, ergonomischen Sitzen ausgestattet, die Erschütterungen und Stöße optimal ausgleichen. Ebenfalls können die Kollegen über den Bewegungsspielraum des Spreaders leichte Positionsabweichungen der Container ausgleichen.
  • Der Vorstau, also alle Container, die frühzeitig für den Bahnumschlag an die Schienen gebracht werden, verläuft auf der östlichen Seite des Bahnhofs parallel zu den Gleisen. In drei Reihen können die Van Carrier hier bis zu drei Boxen übereinander stapeln.
  • Die Weichen vor dem CTT-Bahnhof können vom Rangierer auf dem Zug im Vorbeifahren per Schlagschalter gesteuert werden. Durch die Umlegung der Weichen vor Ort entstehen keine zeitlichen Verzögerungen mehr.
 

Know-How von anderen Terminals

Der CTT hat im Rahmen des Ausbauprogramms auch Erfahrungen genutzt, die andere Terminals bei Bauvorhaben gewonnen hatten. „So haben wir uns bei den Anforderungsprofilen der Transtainer eng an den Bahnkränen am Kombi-Transeuropa Terminal Hamburg auf dem HHLA Container Terminal Altenwerder orientiert", sagt Schwarz.

  

Am 29. Mai wurde der neue CTT-Bahnhof im Kreis von Kunden und Mitarbeitern feierlich eröffnet. Bevor der Bahnhof in den vollen Betrieb gehen kann, müssen noch neue Planungs- und Steuerungsprogramme auf dem Terminal greifen. „Maximal können dann sogar bis zu fünf Transtainer auf unser Anlage eingesetzt werden und Container auf die Schiene bringen", sagt Thomas Schwarz.