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WAS WAR... DER START VON ULRICH STEIN?

Dass Ulrich Stein 1952 die erste Fruchtspedition im Hamburger Hafen gründete, beweist Weitsicht. Diese Marktnische früh besetzt zu haben, beschert der Firma heute noch ihren Erfolg. Der Fruchtspediteur arbeitet am O'Swaldkai Tür an Tür mit dem HHLA Frucht- und Kühl-Zentrum.

 

Jede Frucht stellt gnadenlos Bedingungen. Werden ihre Anforderungen an Temperatur oder Luftfeuchtigkeit beim Transport nicht eingehalten, sinkt die Qualität. Als der Fruchtimport nach dem 2. Weltkrieg gerade wieder in Schwung kam, waren Qualitätsschwankungen der Importware an der Tagesordnung. In den 50er-Jahren wurden die Früchte direkt aus dem Schiffsbauch in großen Auktionshallen von den Importeuren an Käufer wie Großmärkte und Agenten verkauft. 1952 gründete Ulrich Stein seine gleichnamige Firma und bot damit erstmals an, die importierten Waren „Speditionen abzufertigen". Diese Wortformel fasst für Früchte, Trockenfrüchte und Gemüse alle Dienstleistungen zusammen, die zwischen dem Importeur und dem Käufer stehen. Neben der umfassenden Qualitätskontrolle gehörte seinerzeit auch die Zollabwicklung und die Vorbereitung der verderblichen Waren für den Weitertransport durch den Käufer dazu. „Damit hat Ulrich Stein eine echte Marktlücke entdeckt", sagt Heiner Haack, der die Fruchtspedition seit 21 Jahren als Geschäftsführer leitet.

 

Schnell erwarb die Firma Ulrich Stein spezielles Fachwissen über die Transport- und Einfuhrbedingungen der einzelnen Obst- und Gemüsesorten. Das verbesserte Transportumfeld ermöglichte wiederum längere Fahrtwege. So prüfte und verzollte Ulrich Stein im Jahr 1986 erstmals neuseeländische Zwiebeln, die Hamburg an Bord der „Adelaide Express" erreichten. Nach dem Tod von Ulrich Stein im Jahr 1966 hinterließ er seinen Söhnen eine etablierte Firma, die in 14 Geschäftsjahren europaweit bereits neun Niederlassungen eröffnet hatte. Als Kai-Peter Stein die Geschäfte seines Vaters übernahm, veräußerte er nach und nach alle Firmenteile an die österreichische Schenker Gruppe. Schenker wiederum verkaufte die gesamte Ulrich Stein GmbH im Juli 2001 an die Hamburger Hafen und Lagerhaus AG.

 

Die HHLA stärkte mit dem neu erworbenen Marktführer in der Fruchtspedition den eigenen Fruchtumschlag am O'Swaldkai und bietet seitdem die gesamte Servicepalette von der Kaikante bis zum Kunden an. Drei Jahre später, im Juli 2004, beteiligt sich die Belgian New Fruit Wharf mit jeweils 49 Prozent an den HHLA Tochtergesellschaften Frucht- und Kühl-Zentrum und Ulrich Stein. Heute bearbeitet die Ulrich Stein GmbH nicht nur Importe, die am HHLA Fruchtterminal ankommen. Auch für Früchte, die Hamburg an einem anderen Containerterminal erreichen, organisiert die Fruchtspedition über Subunternehmer den Transport bis zur Kundschaft am Großmarkt. „Unsere Mitarbeiter haben ihr fachspezifisches Wissen weiter ausgebaut", erklärt Heiner Haack, „neben der Verzollung, übernehmen wir auch die Dokumenterstellung für Osteuropa, bearbeiten Lizenzen und prüfen die Qualität der Ware. Und das soll uns erst mal einer nachmachen!"