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Der Warenfluss ist sicher

55 / 08.09.2010

Wie Axel Tollkühn, 54 Jahre Disponent bei der Container-Transport-Dienst GmbH, die Logistikketten im Blick hat.

 

Der Umgangston im Hamburger Hafen ist norddeutsch knapp. Statt »Könnten Sie vielleicht… ?« heißt es »Mach hin!« Auch Frotzeleien sind an der Tagesordnung. »Na, haste wieder deine Tischdecke angezogen?« So wird von einem Kollegen das karierte Hemd kommentiert, für das sich Axel Tollkühn morgens entschieden hat. 

 

Der 54jährige kennt das schon. Tollkühn ist der dienstälteste Mitarbeiter der HHLA-Tochter CTD (Container-Transport-Dienst GmbH), seit 34 Jahren arbeitet er hier. Und wann immer er etwas über sein Berufsleben erzählt, schiebt er einen Satz stolz hinterher: »Ich hab’s nie bereut.«

 

Seine Laufbahn beim CTD begann fast zeitgleich mit dem Unternehmen selbst. 1977 hatte er sowohl seine Ausbildung zum Speditions-Kaufmann als auch den Wehrdienst hinter sich. Das junge, erst 1974 gegründete Unternehmen wiederum suchte Mitarbeiter. Tollkühn meldete sich »und innerhalb einer Woche hatte ich den Arbeitsvertrag.« Obwohl er hauptberuflich als Disponent tätig war und ist, hat er zahlreiche Nebentätigkeiten übernommen: »Wir waren damals nur zehn Leute, da bin ich mit den Fahrern auch mal ihre Spesenabrechnungen durchgegangen oder habe mich um die Chassis gekümmert.«

 

Inzwischen ist er für den Fernverkehr verantwortlich. Zwar sorgt der CTD in erster Linie dafür, dass der Warenfluss zwischen den Container-Terminals und den Packstationen im Hamburger Hafen schnell und reibungslos funktioniert. In Zeiten globaler Logistikketten hat man beim CTD aber auch das gesamte Hinterland der deutschen Seehäfen im Blick, liefert Container an fast jeden Ort Europas. »Nach Ungarn, Österreich, Skandinavien, in die Schweiz und so weiter«, zählt Tollkühn genüsslich auf. »Wir sind das internationale Bindeglied der Reedereien.«

 

Entsprechend vielfältig ist seine Arbeit auch heute. Ob Steaks, Turbinen oder Feuerwerkskörper – er kann auf einen Fuhrpark von rund 150 Zugmaschinen und mehr als 250 Chassis zugreifen, um neben den standardisierten Containern auch alle Arten von Sonder- und Schwerguttransporten zu realisieren. Tankcontainer mit Gefahrgut sind ebenso wenig ein Problem wie Kühlcontainer oder Übermaße.

 

Im Laufe der Jahre hat Tollkühn viele Veränderungen erlebt. Die größte kam wohl vor sechs Jahren, als vermehrt Computersysteme integriert wurden. »Bis dahin haben wir noch zu Fuß, also mit Papier gearbeitet. Aber ich wollte mich nie zurück lehnen, also habe ich mich auch dank gezielter Schulungen in die Programme reingefuchst.«

 

Vielleicht haben ihm dabei auch ein wenig seine Kinder geholfen. Der Vater zweier Jungs zwischen zehn und 13 Jahren erlebt schließlich jeden Tag, wie seine Söhne ganz selbstverständlich mit moderner Technik aufwachsen. Sie bestätigen ihm übrigens auch, dass Karo-Hemden gerade wieder extrem modern sind.