Check-In im Papamobil
74 / 15.11.2010
Frank Steen, 47, Checker auf dem HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) über einen umgebauten Smart als Arbeitsgefährt und seinen Job: Das Kontrollieren und Verladen von 500 Container pro Schicht zu koordinieren.
Früher, als die Straßen noch den Fernfahrern gehörten, war Frank Steen einer von ihnen. Einige tausend Kilometer in drei Tagen waren damals keine Seltenheit, seine Ziele lagen in Europa verstreut. Wie viele Kilometer er heute zurücklegt, weiß der Checker Steen nicht. In jedem Fall sind es deutlich weniger, was nicht zuletzt an der beschränkten Geschwindigkeit seines Gefährts liegt. „Papamobil“ nennen die Männer vom CTA das feuerrote Auto liebevoll. Ein wenig erinnert der umgebaute Smart tatsächlich an das gepanzerte Fahrzeug des Papstes. Allerdings dient das Fahrzeug nicht dem Schutz des Fahrers, sondern gibt ihm die Möglichkeit, auf Augenhöhe die Container auf den Güterzügen zu kontrollieren. Pro Schicht checken Steen und seine Kollegen etwa 500 Container durch. Sie werden auf Schäden und Sicherheitszertifikate überprüft, die Siegel auf den Türen kontrolliert und vor allem die schnelle Verladung auf LKW oder Güterwaggons koordiniert. Wenn der Brückenfahrer lange Wege zwischen Containerstellplatz und Güterwaggon zurücklegen muss, kostet das Zeit. Zeit, die es im quirligen Hafen nicht im Überfluss gibt.
Steen ist seit 17 Jahren bei der HHLA. Nach seiner Zeit als Fernfahrer hat der gelernte Maurer bei der Cellpap, einem ehemaligen Tochterunternehmen der HHLA, „ganz unten“ angefangen, wie er sagt. Er hat sich weitergebildet, den Staplerführerschein gemacht und als Schiffsaufsicht dafür gesorgt, dass die Stückgutschiffe richtig be- und entladen wurden. Mit dem Wechsel zur HHLA hat „Bürste“ Steen, wie ihn die Kollegen mit einer Mischung aus Respekt und Amüsement nennen, den Hafenfacharbeiter nachgeholt. Heute trägt er die Verantwortung für zehn Checker und Brückenfahrer. Das heißt unter anderem, im niemals ruhenden Betrieb des Containerterminals auf Arbeitssicherheit zu achten und Pausenzeiten zu koordinieren.
Auch wenn Steen das rastlose Leben des Fernfahrers gegen das ortsgebundene im Hafen getauscht hat, ist die Straße so etwa wie sein Zuhause geblieben. Er pendelt täglich in einer Fahrgemeinschaft 68 Kilometer zur Arbeit. Und in den Ferien packt er die Familie ins Wohnmobil und reist mit ihr durch die Weltgeschichte.
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