Zeitzeuge der technischen Aufrüstung
88 / 03.01.2011
Martin Schubring, 49, Leiter Container Technik bei der HHLA Container Terminals GmbH ist dafür zuständig, dass auf den Terminals der HHLA nur Geräte angeschafft werden, die auch funktionieren. Und das waren viele.
„Wenn Sie das Wort ‚Containerbrücke’ hören, dann schreien Sie sofort: hier“, riet sein Chef ihm, als Martin Schubring 1990 zur HHLA kam. Der studierte Schiffbauingenieur hat sich an den Rat gehalten. Bis heute ist er für die großen Geräte zuständig, die auf einem Terminal gebraucht werden, um Jahr für Jahr Tausende von Containern umzuschlagen. Nur schreien, das tut er nicht. Er singt eher. Das allerdings in seiner Freizeit in sehr ambitionierten Hamburger Chören, die sich der ernsten Musik widmen und der einen oder anderen Uraufführung. Als bräuchte seine musikalisch-feinfühlige Seele einen massiven elektro-mechanischen Kontrapunkt, widmet er sich in seiner Arbeitszeit der Beschaffung von Geräten, die mitunter so hoch in den Himmel ragen wie Kirchtürme.
Als Leiter Container Technik der HHLA Container Terminals GmbH ist Schubring seit 2003 immer dann zuständig, wenn es um die technischen Aspekte eines Neukaufs, eines Neubaus oder die Wartung von elektrischen Anlagen auf den Terminals der HHLA geht. Seine Bilanz ist beachtlich. Er und seine Teams haben seit 1997 bei der Beschaffung von 44 Containerbrücken, 73 Stapelkränen, 86 vollautomatischen Lastwagen (AGVs), 4 Bahnkränen, etwa 50 Van Carriern, circa 25 Zugmaschinen und rund 300 Gerätschaften wie etwa Terminalchassis, Reachstackern, Staplern, Spreadern und Laschkörben ihre Finger im Spiel gehabt. Sie haben technische Spezifikationen erstellt, Angebote gesichtet, Ausrüster geprüft, technische Vergabeempfehlungen ausgesprochen und als Schnittstelle zu Behörden wie der Hamburg Port Authority (HPA) gedient. Knapp formuliert Schubring, um was es dabei stets geht: „Wir wollen Geräte, die funktionieren.“
Schubring ist ein Zeitzeuge der technischen Aufrüstung der HHLA, die im vergangenen Jahrzehnt ungeheure Summen in den Ausbau und die Automatisierung ihrer Terminals investiert hat. 1997 wurde er ins Planungsteam für den modernsten aller Terminals berufen – den fast vollautomatischen HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA). Er ist noch heute stolz auf das Ergebnis einer langen Planungs- und Realisierungsphase. „Besser als Altenwerder geht es derzeit nicht“, sagt er. „Alle, die zweifelten, werden bei einem Besuch auf dem CTA geheilt. Der Terminal schnurrt mit hoher Effizienz.“
Derzeit beschäftigen Schubring und sein Team sich unter anderem mit der Vorbereitung der Planung des Ausbaus des Liegeplatz 5 am CTA, mit den geplanten 29 automatischen Lagerblöcken für den HHLA Container Terminal Burchardkai und mit der umweltfreundlichsten Generation automatischer Lastwagen: batteriebetriebene AGVs. Er nennt es eine „große Aufgabe“, die er jetzt hier habe. Er wird sie meistern. Denn wir wissen, dass Menschen die regelmäßig singen, entspannter, gesünder und energievoller sind als jene, die nur sprechen oder gar schreien.
DRUCKEN