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/ 20.07.2016

Der Prozessoptimierer

Dr. Jan Kolditz (39), stellvertretender Leiter der Terminentwicklung auf dem Container Terminal Altenwerder (CTA), fand über Umwege in den Hamburger Hafen.

Weit weg von der nordhessischen Heimat wurde sein Interesse für den Hafen geweckt. Der frisch promovierte Doktor Jan Kolditz kam 2007 durch einen Forschungsaustausch in die südkoreanische Millionenstadt Busan. Der heute sechstgrößte Hafen der Welt spielte eine zentrale Rolle im Alltag der Metropole und drängte sich als Forschungsschwerpunkt geradezu auf. „Bis dahin hatte ich das Thema Hafenlogistik gar nicht so im Blick“, sagt Kolditz.

Er hatte sich zuvor auf die Automobilindustrie konzentriert. An der Technischen Universität Braunschweig machte er seinen Abschluss als Wirtschaftsingenieur mit dem Schwerpunkt Maschinenbau und arbeitete anschließend für die Firma Bosch in den USA. Danach wechselte er an die Universität Bremen, um als wissenschaftlicher Mitarbeiter seine Promotion „Selbststeuerung logistischer Prozesse“ zu schreiben.

Im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit stieß er auf den Container Terminal Altenwerder (CTA) und arbeitete am Forschungsschwerpunkt „Innovative Seehafentechnologien (ISETEC) mit, einer Forschungsinitiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Nach seiner Rückkehr aus Südkorea bewarb er sich auf eine Ausschreibung des CTA und begann im Herbst 2008 seine Arbeit als Terminalentwickler.

Diese Tätigkeit legt einen Schwerpunkt auf die Steuerungssysteme des Terminals. Hauptsächlich mit der Hilfe von Software versucht Kolditz Arbeitsprozesse zu optimieren. Das erste Großprojekt, an dem Kolditz mitarbeitete, war ein System zur Erfassung von Containerdaten beim Schiffsumschlag.

In den vergangenen Monaten leitete er die erfolgreiche Installation des sogenannten Traingate. Durch dieses Tor fahren alle Züge auf den Bahnhof des CTA. Daran angebrachte Kameras erfassen Tragwagen und Container automatisch. „Ich habe mich inzwischen von der Wasserseite über das Containerlager bis zur Bahnabfertigung durchgearbeitet“, scherzt Kolditz. Erkennbar erfolgreich, denn mittlerweile ist er stellvertretender Leiter der Terminalentwicklung am CTA.