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Aufstieg eines Blechschlossers

105 / 02.03.2011

Stephan Biehl, 52, ist Betriebsleiter des Leercontainerlagers am HHLA Container Terminal Tollerort (CTT). Seine Arbeitsstätte kennt er genau, er hat das Lager mitgeplant und aufgebaut.

 

Stephan Biehl hat schon einiges erlebt, seit er 1978 zur Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) kam. Damals war er einer der ersten, der eine gewerbliche Ausbildung im Unternehmen absolvierte. Bis dahin bildete die HHLA vor allem in kaufmännischen Berufen aus. „Ich wollte Betriebshandwerker lernen. Aber die HHLA hatte anderes mit mir vor und ich wurde Blechschlosser“, erinnert sich Biehl.

 

Anschließend hat er sieben Jahre in dem Beruf gearbeitet und jede Menge Container ausgebeult, gerichtet, gespachtelt und geschweißt. „Wir haben damals mehr Container repariert als heute. Heute schaut man, ob die tragenden Teile noch in Ordnung sind und ob die Container wind- und wasserdicht sind“, sagt der 52-Jährige. Früher hätten die Container gut aussehen müssen, heute werde weniger Aufwand betrieben und lädierte Container würden ersetzt oder zur Reparatur nach  Asien geschickt. „Als junger Mann hat mir die Arbeit Spaß gemacht, aber ich wusste bald, dass ich die schwere Arbeit nicht bis zur Rente machen will“, sagt Biehl.

 

Biehl wollte mehr und hat dafür zwischen 1993 und 1995 seinen Meister gemacht. Die HHLA unterstützte ihn dabei finanziell. „Ich bin froh, dass ich die Meisterschule gemacht habe, aber das war eine harte Zeit. Jeder Urlaub ging für Lehrgänge und Lernen drauf“, sagt der Hamburger. Danach wurde er Werkstattleiter und schließlich Betriebsleiter bei der HCCR Hamburger Container- und Chassis-Reperatur-Gesellschaft, einem Tochterunternehmen der HHLA, wo er für größere Projekte und mehr Mitarbeiter verantwortlich war. „Es war nie langweilig. Ich war in den vergangenen Jahren für viele Projekte zuständig, von der Planung über die Umsetzung bis zur Inbetriebnahme“, berichtet  Biehl von seinem Werdegang.

 

Eines dieser Projekte war das Leercontainerlager am CTT, das 2008 in Betrieb ging. „Ich möchte Dinge bewegen können und nicht nur ausführen. Die Herausforderung am CTT lag in der Tatsache, dass im Leecontainerdepot fast nur neue Mitarbeiter starteten. Da gab es keine alten Hasen.“ So plante Biehl nicht nur das Check-In-Gate, die Leerflächen und das Werkstatt- und Bürogebäude, sondern sorgte auch dafür, dass Mitarbeiter gesucht und angelernt wurden. „Die ersten Tage waren aufregend. Wir wussten ja nicht, ob irgendetwas schief geht und ob wir alle gut vorbereitet hatten.“ Alles ging gut und mittlerweile sind die 30 Kollegen ein eingespieltes Team. Schauen wir mal, ob und wann ein neues Projekt bei Biehl aufschlägt. Bisher, so sagt er, habe er noch nie eine neue Aufgabe gescheut. Und das Leercontainerlager am CTT wird sicher nicht seine letzte Station sein.