Das spannendste IT-Projekt Hamburgs
58 / 21.02.2012
Für Frank Winkenwerder (51) ist IT das optimale Werkzeug zur effizienten Abwicklung von Containerumschlag und -transport.
Frank Winkenwerder hat aus seinem Büro am Burchardkai einen guten Blick auf die Köhlbrandbrücke und damit auch auf eine seiner Herausforderungen. Ist das Nadelöhr des Hafens frei? Oder stauen sich die Lkw, die täglich zwischen 6.000 und 8.000 Container zu den HHLA Terminals bringen oder abholen? Immer gegen 11 und 15 Uhr kommen kritische Phasen, weil dann scheinbar alle Trucker auf einmal losfahren. Warum ist das so? Und was hat das Ganze mit IT zu tun?
Als Leiter Container Informationssysteme der HHLA Container Terminals gestaltet Winkenwerder eine IT-Landschaft, gemeinsam mit den Terminalbetrieben und dem Zentralbereich Informationssysteme der HHLA. Sein Ziel ist die möglichst effiziente Abwicklung von Containerumschlag und –transport bei gleichzeitiger IT-Kostenoptimierung. „Maßstab für unsere Arbeit ist der Wertschöpfungsbeitrag von IT“, sagt Winkenwerder. Ein sehr gutes Beispiel für die Wertschöpfung ist die IT Unterstützung bei der Lkw-Abfertigung, im Hafen Fuhre genannt. Weil es hier in Spitzenzeiten klemmt, wurde das Projekt „Fuhre 2.0“ gestartet.
Sichtbar wird die IT gleich im Eingangsbereich der HHLA Terminals. Hier wurden einfach zu bedienende Geräte zur Selbstbedienung aufgestellt. Statt am Schalter Schlange zu stehen, können die Trucker in ihrer Landessprache auf dem Touchscreen Daten eingeben. Das verkürzt die Zeit für die Abfertigungen und erhöht die Abfertigungsrate. Die nächste Entwicklungsstufe ist schon geplant. Videokameras sollen Containernummer und Lkw-Nummernschild erkennen. IT führt die Vormeldedaten von den Beteiligten zusammen, dann kann das Fahrzeug ohne Zwischenstopp über die Anlage rollen und HHLA-Mitarbeiter checken die angelieferten Container bequem vom Bildschirm aus.
„Die schwierigste Aufgabe sind die realen Prozesse“, erklärt Winkenwerder. Für eine Feldstudie kooperiert er mit vielen Partnern, um davon ein komplettes Bild zu bekommen. Wo im Hafen hält sich der Trucker wie lange auf? Was behindert den „Flow“, nicht nur der Container, sondern auch der Daten? “Ich verbringe deutlich mehr Arbeitszeit auf unseren Terminals, bei Geschäftspartnern oder Dienstleistern als in meinem Büro“. Networking ist sein Schlüssel zum Erfolg.
„Für die HHLA ist die strategische Bedeutung der IT kaum zu überschätzen“, meint Winkenwerder. „Wir müssen wichtige Prozesse mit eigenem IT-Personal gestalten, und zwar sehr flexibel und dynamisch.“ Dieser hohe Stellenwert war auch ein Grund für den studierten Physiker und erfolgreichen IT Consulter, zur HHLA zu kommen. „Drei riesige Terminals, alle mit Ausbauplänen, modernste Java-Anwendungen im Einsatz – ein spannenderes IT-Projekt gibt es in Hamburg eigentlich nicht.“
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