Mit Busse und Bahn
72 / 08.11.2010
Frank Busse, 37, macht sich bei der Universal Transport Consulting GmbH unter anderem Gedanken zur Optimierung von Bahnverkehren.
Die HHLA ist für die Universal Transport Consulting GmbH (Uniconsult), bei der Busse seit knapp zwei Jahren berät, sozusagen die Großmutter. Denn Uniconsult ist die Tochtergesellschaft der HHLA-Tochter HPC Hamburg Port Consulting GmbH (HPC). HPC ist ein Beratungsunternehmen, das sich auf das Hafengeschäft spezialisiert hat. Uniconsult ergänzt das Beratungsportfolio um die Themen Bahn-, Straßen- Binnenschiffs- und Luftverkehr. Zuvor war Busse über zehn Jahre lang am HHLA Container Terminal Burchardkai tätig – über die Hälfte dieser Zeit als Abteilungsleiter für die Lkw- und Bahnabfertigung.
Busse berät in Sachen Organisation, Geschäftprozesse, Ressourcenplanung und Infrastrukturnutzung – Verkehrsunternehmen, Infrastrukturbetriebe und öffentliche Auftraggeber wie zum Beispiel, Ministerien von Bundesländern. „In der Krise kamen unsere Kunden vor allem aus dem öffentlichen Sektor“, sagt Busse mit Blick auf das zurückliegende Jahr. Natürlich fällt einem dabei sofort das Wort „Konjunkturpaket“ ein.
Busse nimmt das Wort jedoch nicht in den Mund. Dafür spricht er von Fördergeldern der Europäischen Union (EU) oder der Bundesministerien und von der Expertise, die es braucht, um solche Fördermöglichkeiten sinnvoll zu nutzen. Wer jemals einen Antrag auf EU-Förderung in der Hand hielt, begreift sofort, warum es für das Ausfüllen der Anträge geballtes Expertenwissen braucht.
Was und wen berät der Diplom Wirtschaftsingenieur der Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft? „Da gibt es zum Beispiel ein Ministerium, welches wissen möchte, ob und wie ein vormals hochproduktiver Rangierbahnhof auch zukünftig für den Schienengüterverkehr interessant sein kann? Oder ein privatwirtschaftliches Industrieunternehmen möchte seinen Bahntransportanteil steigern“, erklärt Busse seinen Job. Er erstellt Gutachten und Studien, betrachtet Distanzen, kritische Mengen, wägt Verkehrsträger gegeneinander ab.
Kann es denn vorkommen, dass Uniconsult auch einmal einen Rat gibt, der Warenströme von Terminals und Logistikunternehmen der HHLA abzwackt? „Wir agieren unabhängig und das müssen wir auch“, betont Busse unmissverständlich. „Das führt natürlich in manchen Fällen zu „Interessensunterschieden“, wenn man das so bezeichnen möchte. Aber wir können Konflikte aushalten.“
Seine Freizeit verbringt der zweifache Vater am liebsten mit seiner Familie. Ohne Projekte, Logistik und Fördermittel kann er aber auch nach Feierabend nicht und engagiert sich daher im Lions Club Hamburg Alster. Hier gilt es, die vorhandenen Spenden und die Einnahmen aus gemeinnützigen Veranstaltungen (u.a. Weihnachts- und Flohmärkte etc.) bedarfsgerecht zu verteilen. Alles zur richtigen Zeit, in der richtigen Qualität und Menge, am richtigen Ort – Logistik eben!
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