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Ostwärts

Odessas Hafen nimmt am Schwarzen Meer eine Schlüsselposition ein. Der HHLA-Containerterminal bereitet sich auf weiteres Wachstum vor.

Die Stadt Odessa und ihr Hafen sind untrennbar miteinander verbunden. Es ist unklar, was zuerst entstand, als die russische Zarin Katharina die Große 1794 Odessas Gründung anordnete. Sie wollte eine Basis für ihre Flotte imSchwarzen Meer schaffen - und natürlich ging es um einträglichen Handel. Heute liegt in Odessa einer der bedeutendsten Häfen der Ukraine, über den vor allem Massengüter wie etwa Getreide exportiert werden. Beim Umschlag von Containern ist Odessa der führende ukrainische Hafen, und die größte und modernste Anlage dafür ist der Container Terminal Odessa (CTO) der HHLA.

 
Aufwärtstrend | 2016 konnte der Umschlag am Container Terminal Odessa um knapp elf Prozent zulegen.

2016 hat der CTO mehr als 280.000 Standardcontainer (TEU) zwischen Land und Wasser bewegt, verglichen mit dem Vorjahr eine Steigerung um knapp elf Prozent. Auch die Prognosen geben Anlass zu Hoffnung: Seit 2016 scheint sich die ukrainische Wirtschaft zu stabilisieren. Vom Konflikt in der etwa 700 Kilometer entfernten östlichen Grenzregion zu Russland ist in Odessa wenig zu spüren. Die Bürgerinnen und Bürger von Odessa sind stolz auf ihre offene und internationale Stadt, in der Menschen mit 130 unterschiedlichen Nationalitäten leben.

Das gilt auch für den Hafen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des CTO, deren Familien meist aus Odessa stammen, bezeichnen sich als russischsprachige Ukrainer. „Für uns ist das kein Widerspruch“, sagt CTO-Generaldirektor Anastas Kokkin. „Wir sind Teil der Ukraine und gehören außerdem zur großen HHLA-Familie.“ Kokkin kennt die Hamburger Terminals der HHLA gut: „Wir haben viel gemeinsam: Auch hier liegt der Hafen innerhalb der Stadtgrenzen, und auch wir müssen unsere Flächen effizient nutzen.“ In den vergangenen Jahren wurde auf dem CTO allerdings zu den bereits vorhandenen 16 Hektar eine weitere 19 Hektar große Fläche neu aufgeschüttet. Dieser „Quarantänemole“ genannte Teil der Anlage wird schrittweise in den Terminalbetrieb integriert.

 

Flexibler Ausbau

An der neuen Kaikante stehen bereits drei moderne Containerbrücken. Sie können bis zu 310 Meter lange Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von rund 10.000 TEU abfertigen. Diese „Bosporusmax“ genannten Schiffe sind die größten, die auf dem Schwarzen Meer fahren können. Ab 2017 entstehen hinter den Brücken die ersten Stellplätze eines neuen Containerlagers. Der CTO orientiert sich beim Ausbau der Anlage an der Nachfrage der Kunden – und die scheint zu steigen.

„Wir haben noch einen weiteren Liegeplatz auf der Stadtseite und können auch dort Schiffe abfertigen“, sagt Kokkin. Mit den Containerbrücken, die dort zur Verfügung stehen, kann flexibel auf Kundenwünsche eingegangen werden.

 
Checker | 20 Prozent der umgeschlagenen Container am CTO werden per Bahn transportiert.

Zwar liegt der Fokus des CTO auf dem Containerumschlag, doch das Terminal-Team ist bestrebt, Kundenwünsche schnell und unkompliziert zu erfüllen. So schlägt der CTO auch schon mal Projektladung wie etwa große Bohrmaschinen für die Erdgasförderung um. „Wir sind ein Mehrzweckterminal mit dem Schwerpunkt Containerumschlag“, sagt Kokkin und zeigt auf die Portalkräne mit Gummireifen, die die Stahlboxen zu kompakten Blöcken stapeln. Sie fahren auch zwischen den Bahngleisen hin und her, um dort Container auf Waggons zu setzen oder abzuladen.

Zwei Gleise hat der Bahnhof des CTO, etwa 20 Prozent der umgeschlagenen Fracht werden vom und zum Terminal per Bahn transportiert. 2017 beginnen die Bauarbeiten für den Ausbau des Bahnhofs: Zwei zusätzliche Gleise sind geplant. Auch hier bereitet sich der CTO, der seit 16 Jahren zum HHLA-Konzern gehört, auf weiteres Wachstum vor.

 
Schwarzmeerhafen
Schwarzmeerhafen

Das Schwarze Meer ist ein zwischen Südosteuropa, Osteuropa und Vorderasien gelegenes Binnenmeer, das über den Bosporus und die Dardanellen mit dem östlichen Mittelmeer verbunden ist. Die Meerenge des Bosporus können nur Schiffe passieren, die nicht länger als 310 Meter sind. An der Nordspitze des Binnenmeeres liegt die Millionenmetropole Odessa, eine der wichtigsten ukrainischen Hafenstädte. Beim Containerumschlag ist Odessa der führende Standort in der Ukraine.