/ SUCHEN
/ DEUTSCH/ ENGLISH

Hamburger Hafenbahn: Infrastruktur und Leitstelle

Der Hamburger Hafen ist für Deutschlands Wirtschaft unverzichtbar. Gut zwölf Prozent des nationalen Schienengüterverkehrs haben den Hafen als Quelle oder Ziel.

 

An jedem Werktag erreichen oder verlassen ihn rund 200 Güterzüge. Massengüter, Container, Chemikalien und Stückgüter werden auf der Schiene transportiert. Neben den vielen Containerzügen sind es zum Beispiel Ganzzüge mit bis zu 6.600 Tonnen Eisenerz für die Stahlwerke in Salzgitter und Eisenhüttenstadt oder mit Kalisalz beladene Züge aus dem Raum Werratal für den Kalikai der K+S AG.

Um solche Mengen im Hafenbahnnetz zu koordinieren, thront über dem Seehafenbahnhof „Alte Süderelbe“ ein moderner Kontrollturm wie der Tower eines Flughafens. Von der zentralen Leitstelle, 20 Meter hoch gelegen, haben Fahrdienstleiter und Disponenten einen exzellenten Blick über das weitläufige Gelände mit den über 700 Meter langen Gleisen. Sie sehen, wie die Waggons einzeln über automatische Bremsanlagen rollen und sich auf verschiedene Gleise verteilen. Zentimetergenau kommen sie auf dem richtigen Platz zu stehen, wo sie anschließend zu neuen Gruppen oder Zügen zusammengestellt werden.

 

Gleich auf’s Terminalgleis

Shuttle- oder Ganzzüge müssen nicht rangiert werden. Wenn sie pünktlich ankommen, fahren sie zum Beispiel in eine dem Containerbahnhof Altenwerder vorgelagerte Gleisgruppe und danach ins Terminalgleis. Alles nach Plan, kein zusätzlicher Aufwand für die Kollegen der Leitstelle. Sie arbeiten für die Hamburger Hafenbahn, die ein Unternehmensbereich der Hamburg Port Authority (HPA) ist. Im Schichtbetrieb koordinieren sie von ihrem Tower aus den Schienenverkehr im Hafen. Auf ihren Bildschirmen kann die Belegung jedes einzelnen Gleises (insgesamt etwa 300 Kilometer) abgerufen werden.

 

Neutraler Zugang zum System

Die Hamburger Hafenbahn ist damit eines der größten Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) Deutschlands. Sie steht für Verfügbarkeit und Sicherheit auf der gesamten Infrastruktur gerade, und agiert als Bindeglied zwischen Terminals bzw. Ladestellen und dem Europäischem Eisenbahnnetz. Mehr als 110 verschiedene Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) nutzen die Infrastruktur.

Ohne leistungsfähige IT ist die Koordination von bis zu 5.000 Waggons täglich natürlich nicht zu bewältigen. Dafür gibt es das neu konzipierte System transPORT rail (TPR). Es ermöglicht allen Akteuren einen individuellen, neutralen Zugang zu den operativen Systemen für die Bahnabwicklung im Hafen, zum Beispiel für die Bearbeitung und Vormeldung ihrer Zug-, Container- und Gefahrgutdaten.