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Am Puls der Zeit: Lernen und Arbeiten bei der HHLA

Die Anforderungen in der Arbeitswelt von Hafenunternehmen verändern sich rasant. Die Hamburger Hafen und Logistik AG gestaltet diesen Wandel aktiv.

Die Entwicklung in der Containerschifffahrt schreitet rasend schnell voran. War die „MOL Triumph“ mit ihrer Tragfähigkeit von mehr als 20.000 Standardcontainern (TEU) bei ihrer ersten Abfertigung am HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB) im Mai 2017 noch das größte Containerschiff der Welt, hat sie diesen Status schon wieder an größere Schiffe verloren. Der Blick noch weiter zurück und verklärt sich da fast schon nostalgisch. Als am 31. Mai 1968 der erste Container im Hamburger Hafen gelöscht wurde – auch damals schon am CTB –, kam er an Bord der „American Lancer“ nach Deutschland. 1.434 TEU passten auf das Schiff – im Vergleich zu den heutigen Riesen eine fast schon niedliche Größe.

Genauso wie die Schiffsgrößen haben sich auch die Containerterminals verändert. 1968 jedenfalls war eine fast voll automatisierte Anlage wie der HHLA Container Terminal Altenwerder noch nicht einmal eine Vision der kreativsten Köpfe der Branche. Ein solcher Terminal war schlicht undenkbar. Heute ist er eine der modernsten Anlagen der Welt – und das schon seit über 15 Jahren.

 

Diese rasante Entwicklung blieb nicht ohne Auswirkungen auf die Berufsbilder der auf den Hafenanlagen beschäftigten Arbeitnehmer. Betrachtet man die Tätigkeitsfelder von Handwerkern in den Instandhaltungsbetrieben, so wird die Entwicklung schnell überdeutlich. Vor 50 Jahren dominierten noch schlosserspezifische Tätigkeiten. Heute arbeiten hochspezialisierte Fachkräfte daran, die modernen Van-Carrier und Automated Guided Vehicels (AGVs) instand zu halten. Heutzutage werden vor allem Mechatroniker und Elektroniker für Automatisierungstechnik benötigt. Daneben gehören Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker, Mechatroniker,  Mechatroniker für Kältetechnik, Fachinformatiker für Systemintegration und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung zu den wichtigsten aktuellen Ausbildungsberufen.

 

Automatisierung und digitalisierung

Die noch weiter steigende Bedeutung von IT-gestützten Prozessen ergibt sich angesichts der immer weiter zunehmenden Automatisierung unserer Containerterminals von selbst. Aber auch für den Erfolg unserer Bahngesellschaft Metrans sind die auf einer selbst entwickelten EDV basierende, perfekt abgestimmte Prozesse von entscheidender Bedeutung. Daher wird auch bei der HHLA die Ausbildung von Fachinformatikern, Fachrichtung Systemintegration und Anwendungsentwicklung, immer wichtiger.

Wenn die Auszubildenden nach dreieinhalb Jahren ihren Abschluss gemacht haben, ist das Wissen aber keineswegs komplett. Gerade im technischen Bereich wird das lebenslange Lernen immer wichtiger. Die notwendige Spezialisierung beginnt in der Regel nach der Ausbildung. Weil es immer wieder zu technischen Neuerungen kommt, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich auch immer wieder mit dem neusten Stand der Technik vertraut machen. Deswegen absolvieren viele Handwerker Qualifizierungen und Fortbildungen. Die Bedeutung dieser Spezialisierungsmaßnahmen steht für die HHLA außer Frage, denn die Zuverlässigkeit der im Hafen eingesetzten Großgeräte beruht im hohen Maße auf den Kompetenzen der Servicecenter.

 

Unser Verständnis von Ausbildung schließt selbstverständlich auch die akademische Ausbildung ein, wobei wir auf einen hohen Praxisbezug Wert legen. Deswegen schätzen wir die Qualität von Dualen Studiengängen. Sie verbinden praktisches Lernen vor Ort in unseren Betrieben mit dem theoretischen Studium an der Hochschule. Dual Studierende sind abwechselnd in der Hochschule und im Betrieb in ganz unterschiedlichen Praxisfeldern im Einsatz. Während der Praxisphasen lernen die Studierenden nicht nur das Alltagsgeschäft kennen, sondern werden zunehmend in komplexere Projekte eingebunden. Die Studierenden werden während des gesamten Studiums intensiv begleitet. Dazu dienen ein Mentorenprogramm, regelmäßige Jour-fixe-Treffen zum Austausch und eine individuelle Förderung durch ein internes Seminarprogramm.

 

Wenn man die Zusammensetzung unserer Mitarbeiterschaft der vergangenen Jahre betrachtet, drängt sich eine Erkenntnis auf: Die Hafenwirtschaft wird weiblicher. Wir fördern diese Entwicklung sehr bewusst, weil wir wissen, dass sich angesichts des demographischen Wandels niemand den Verzicht auf die hohe Leistungsfähigkeit von Frauen in früher einmal typischen Männerberufen erlauben kann. In der Dualen Ausbildung bzw. dem Dualen Studium haben wir inzwischen eine Frauenquote zwischen über 30 Prozent. In den Qualifizierungsprogrammen für Fach- und Führungspositionen liegt der Anteil der weiblichen Beschäftigten sogar zwischen 30 und 40 Prozent. Auch hier ist die HHLA am Puls der Zeit.  

Beitrag von Arno Schirmacher, Leiter Personalmanagement bei der HHLA