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Durchgespielt

Planung in Perfektion: Mit selbst entwickelter Simulationssoftware errechnet HPC im Voraus das ideale Terminaldesign – ein enormer Vorteil für die Betreiber.

 

Aus der Vogelperspektive im Zeitraffer betrachtet, wirkt das Treiben auf einem Containerterminal wie eine harmonische Choreografie. Große Pötte machen fest und werden im schnellen Takt von Hafenkränen entladen. Container um Container wandert über die Anlage und verlässt auf Lkws oder Bahnwaggons das Gelände. Die gesamte Transportkette unterliegt präzisen Abläufen und einem minutiösen Timing. Der professionelle Betrieb eines Containerterminals zählt zu den anspruchsvollsten Herausforderungen in der Logistikwelt.

Das notwendige Know-how dafür liefert die HHLA-Tochter Hamburg Port Consulting (HPC) an Kunden aus aller Welt. Seit 1976 berät HPC private und öffentliche Auftraggeber bei der Planung, Konzeption und Umsetzung von Terminalprojekten.

Dazu zählt neben Erweiterungs- und Umbauprojekten auch das Design von Neubauten. Ein echtes Megaprojekt sind die neuen Pasir-Panjang-Containerterminals in Singapur. Bei der Errichtung der gigantischen Anlage mit einer Kapazität von 20 Millionen TEU haben die Asiaten auf die Hafen-Expertise von HPC gebaut. Deren Consulting-Kompetenz endet jedoch nicht an der Kaimauer. Auch bei Terminals im Binnenland verfügt das Unternehmen über umfangreiches Know-how und optimiert weltweit die Hinterlandanbindung von Häfen. In den USA ist die HHLA-Tochter sogar der führende Planer von Bahnterminals und zugleich Vorreiter bei der Entwicklung von Konzepten für die Automatisierung des Bahnumschlags.

 

Terminal der Zukunft

Jedes ambitionierte Infrastrukturprojekt entsteht in kleinen Schritten. Das gilt bereits in der Planungsphase. Je mehr Einflussfaktoren berücksichtigt werden, desto besser das Ergebnis. Hier kommt die Simulationssoftware „HPCsim“ ins Spiel. Mit ihr wird der gesamte Containerumschlag am Hafenterminal detailgenau und dreidimensional simuliert. Dadurch lassen sich – je nach Fragestellung – Kapazität und Leistungsfähigkeit der Anlage präzise vorhersagen. „Wir können quasi die Zukunft des Terminals am Rechner abbilden“, erklärt Dr. Nils Kemme, Leiter Simulation bei HPC. Kemme war maßgeblich an der Entwicklung der Software beteiligt. Auch hier liegen die Wurzeln bei der Konzernmutter. „Als Anfang der 2000er-Jahre der neue Terminal in Altenwerder geplant wurde, hat die HHLA erstmalig Computersimulationen verwendet. Basierend auf den damals eingesetzten Programmen, haben wir dann unsere Software aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt.“

Mittlerweile ist „HPCsim“ ein unverzichtbares Werkzeug für die Terminalplanung. Bis zu 500 Parameter fließen in die Simulationsberechnungen ein. Größe der Schiffe, Leistung und Geschwindigkeit der Containerbrücken, Anzahl und Tempo der Trucks und Lagerkräne – alle diese Angaben werden in komplexen Algorithmen miteinander verknüpft. „So können wir eine sekundengenaue Darstellung der zukünftigen Terminabfertigung abbilden. Unsere Berechnungen sind extrem zuverlässig“, so Kemme. „Drohende Engpässe bei der Containerabfertigung lassen sich mithilfe der Simulation im Voraus erkennen und durch ein optimiertes Terminaldesign vermeiden.“ Die präzise Vorhersage erleichtert auch die Investitionsplanung – bei Terminalerweiterungen geht es immer um große Summen. „Wenn unsere Berechnungen ergeben, dass ein Terminal den geplanten Umschlag mit fünf statt sechs Containerbrücken bewältigen kann, hat unser Auftraggeber zehn Millionen Euro gespart“, so Kemme. 

In den vergangenen Jahren war HPC in mehr als 100 Ländern an ungefähr 1.400 Projekten beteiligt – und davon profitiert auch der Hamburger Mutterkonzern: „Das Know-how aus diesen Projekten kommt indirekt auch der HHLA zugute und trägt so zur Entwicklung des Kerngeschäfts bei“, so Kemme.