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/ 16.02.2011

Auskunft am Telefon

Thomas Nahr, 51, arbeitet in der Container Info - er beantwortet Fragen, löst Probleme, gibt Auskunft und hilft weiter. Nur neue Hüften, die kann er nicht besorgen.

 

Sie kennen das: Kostenpflichtige Telefonnummern, Sprachcomputer führen Sie durch Optionen möglicher Anliegen, endloses Verharren in Warteschleifen, schließlich ebenso überforderte wie inkompetente Gesprächspartner, die Ihnen für Ihr Geld auch nicht weiterhelfen. Dieser Kundendienst – der den Namen nicht verdient – gehört keineswegs in das Repertoire der HHLA. Dort gibt es eine echte Hamburger Telefonnummer auf einem echten Terminal und am anderen Ende der Leitung meldet sich ein echter Mensch, der zum Beispiel Thomas Nahr heißt.

 

Nahr arbeitet mit zwei bis drei weiteren Kollegen im Infocenter der HHLA. Das befindet sich auf dem Burchardkai in einem schmucklosen Büro. Hier hantiert Nahr mit seinen Werkzeugen: einem Headset, einem Rechner, seiner gut 30-jährigen Erfahrung als Kai- und Lagerarbeiter und seiner zupackenden wie humorvollen Art. Werktäglich von 7:00 bis 17:00 Uhr helfen er und seine Kollegen den Kunden der HHLA weiter.

 

„Wir können zu allen Container-Terminals der HHLA Auskünfte geben“, sagt Nahr. Seine Kunden sind in erster Linie die Mitarbeiter von Speditionen und Reedereien. Sie wollen wissen: Ob Schiffe schon da sind? Wie lange sie da waren? Ob Container abgeholt werden können und wo? Oder auch nur: Ob sich auf der Köhlbrandbrücke gerade die LKWs stauen? Nahr ruft schnell einen Kollegen an oder schaut im Rechner nach. „Viele Informationen von den Terminals bekomme ich online auf meinen Rechner. Dort kann ich  alle möglichen Zeitpläne und Containerstandorte einsehen“, verrät er ein Geheimnis seiner Auskunftskraft.  Bis zu 450 Anrufe laufen täglich im Infocenter auf. „Früher waren es 1.300 bis 1.400 pro Tag“, sagt er. Vor 10 Jahren wurde das Infocenter gegründet, um die Mitarbeiter auf den Terminals zu entlasten und die Kunden mit einer zentralen Telefonnummer zu verwöhnen. Nahr war von Anfang an dabei. „Inzwischen hat sich vieles auf das Internet verlagert“, erklärt er den Rückgang des Fernmelde-Verkehrs. Manchmal allerdings müsse er passen, berichtet Nahr, wenn etwa jemand nach einer neuen Hüfte frage. „Unsere Telefonnummer ist so ähnlich wie die der  Hamburger Endoklinik.“

 

Und wie hält man das Poltern und Donnern aus, das Sie manchmal am Telefon zu hören bekommen? Auch hier hat der Mann mit der fröhlichen Gelassenheit eines reifen Dickhäuters ein Rezept: „Nicht alles persönlich nehmen, Wartezeiten verkürzen, denn die machen gallig, und stets mit einem freundlichen, aber nicht zu süßlichen Ton sprechen.“

 

Nach rund 450 Telefonaten pro Arbeitstag meidet er fernmündliche Kontakte nach Feierabend. Diese Zeit verbringt er lieber mit seinen beiden Kindern, beim Joggen, als Trainer für den Handball-Nachwuchs oder er versinkt auch mal in einem Ohrenschmaus aus Jazzmusik.

 

Ach so: Falls Sie Kunde der HHLA sind und diese zupackende, freundliche aber nicht zu süßliche Unterstützung brauchen, das Infocenter der HHLA Terminals erreichen sie unter: 040-319740.