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/ 05.05.2017

Der Terminal-Designer

Als Leiter Simulation bei HPC Hamburg Port Consulting entwirft Dr. Nils Kemme (35) Blaupausen für den perfekten Containerterminal.

Der gebürtige Stader ist seit seiner Studienzeit eng mit der HHLA verbunden. Dr. Nils Kemme hat in Kiel und Oslo Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Logistik studiert. Sein Spezialgebiet: Die Entwicklung komplexer Algorithmen. Im Jahr 2006 schrieb Kemme am Container Terminal Altenwerder seine Diplomarbeit über die Optimierung von AGVs (Automated Guided Vehicles). Das sind die vollautomatischen Fahrzeuge, die den Behälter-Transport zwischen Containerbrücken und Blocklager besorgen.

Mit seinen Modellrechnungen hat Dr. Kemme echte Pionierarbeit geleistet. Auch seinen Simulationsberechnungen ist zu verdanken, dass die führerlosen AGVs heute so reibungslos und effizient im Dauereinsatz auf dem CTA arbeiten. Diese Diplomarbeit war der Grundstein für Kemmes weitere berufliche und wissenschaftliche Laufbahn.

Im Anschluss war er zunächst für anderthalb Jahre bei der HHLA-Beratungstochter HPC Hamburg Port Consulting beschäftigt. Danach zog es ihn für ein vierjähriges Intermezzo an die Universität Hamburg. Dort hat er im Fachgebiet Operations Research über Logistiksysteme im Allgemeinen doziert und über die simulationsgestützte Planung und Optimierung von Containerterminals im Speziellen promoviert.

Mit all seinem Wissen kehrte Dr. Kemme im Jahr 2012 zu HPC zurück. Hier leitet der 35-jährige den Bereich Simulation und treibt unter anderem die Weiterentwicklung der hauseigenen Software HPCsim voran. „Mit HPCsim können wir den gesamten Containerumschlag eines Terminals detailgenau und dreidimensional simulieren und damit die Auswirkungen von Planungsentscheidungen schon im Vorfeld exakt prognostizieren“, beschreibt Dr. Kemme den Nutzen.

Ob gigantische Containerterminals in Singapur, die komplette Neuplanung einer Anlage für den Hafen Melbourne oder hochmoderne Intermodal-Terminals in den USA – seine Aufträge führen Dr. Kemme rund um den Globus. Dabei lernte er auch exotische Länder wie Nigeria oder Irak kennen.

Der Großteil der Arbeit, also das komplette Terminalmodelling, wird in der Hamburger HPC-Zentrale erledigt. Hier bastelt Dr. Kemme mit seinem Team an komplexen Simulationsmodellen und entwickelt damit das optimale Layout für Containerterminals auf der ganzen Welt.

Dabei fließt jede Containerbewegung an der Kaimauer – ob per Kran, Van-Carrier, Gabelstapler oder Lkw – sekundengenau in die Berechnungen ein. „Bei großen Projekten kann die Arbeit am Computermodell schon mal über zwei Monate dauern“, sagt Dr. Kemme. 

In den vergangenen Jahren war HPC in mehr als 100 Ländern an etwa 1.400 Projekten beteiligt. Davon profitiert auch der Hamburger Mutterkonzern, erklärt Dr. Kemme: „Das Know-how aus diesen Projekten kommt indirekt der HHLA zugute und trägt so zur Entwicklung des Kerngeschäfts bei.“