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/ 12.10.2016

Kohle und Erz sind sein Geschäft

Ben Thurnwald ist seit dem 1. Juli 2016 Geschäftsführer des Massengutterminals Hansaport. Er kann sich auf hochmoderne Technik und außergewöhnliche Mitarbeiter verlassen.

Hinter der Schranke am Eingangsportal des hochautomatisierten Schüttgutterminals Hansaport eröffnet sich eine eigene Welt. Wie ein kleines Gebirge erstrecken sich riesige Kohle- und Erzhalden auf einer Freifläche von 350.000 Quadratmetern. 15 Gleise für die Abfertigung von Ganzzügen und Förderbänder mit einer Gesamtlänge von rund 10 Kilometern schlängeln sich über das Gelände. 

Aus seinem Büro mitten auf dem Hansaport hat Ben Thurnwald den besten Blick auf das Herzstück des Hafenterminals – die über 1.000 Meter lange Kaikante mit den vier vollautomatisierten Greiferbrücken. Seit dem 1. Juli 2016 leitet der 47-jährige Maschinenbauingenieur die hochmoderne Anlage. „Die vier Greiferbrücken arbeiten ohne Fahrer im vollautomatischen Betrieb“, sagt Thurnwald. „Das ist weltweit einzigartig.“ 3-D-Scanner und Trägheitsnavigationsgeräte sorgen mit einer eigens erstellte Software dafür, dass der 12 Tonnen schwere Greifer an seinen bis zu 30 Meter langen Seilen automatisch und mit dem passenden Schwung an der richtigen Stelle des Schiffsbauchs landet, um Ladung aufzunehmen. 

Bis zu 110.00 Tonnen Erz oder 70.000 Tonnen Kohle lassen sich mit den vier Brücken täglich aus den Massengutfrachtern schaufeln. „Erz hat ein höheres Gewicht und bessere Fließeigenschaften als Kohle, die oftmals schwieriger nachrutscht“, weiß Thurnwald, der  inzwischen mit den speziellen Abläufen vertraut ist. 

Sein Unternehmen gehört mehrheitlich der Salzgitter AG, für die HHLA ist es eine Minderheitsbeteiligung.  15 Millionen Tonnen im Jahr schlägt der Hansaport  über die Kaikante  um, gut zehn Prozent des Gesamtumschlags im Hamburger Hafen. Dafür sorgen nicht nur die Technik, sondern an erster Stelle die 110 Mitarbeiter. „Der Stolz auf das Unternehmen und die Flexibilität der Mitarbeiter ist außergewöhnlich“, berichtet Ben Thurnwald, der knapp  21 Jahre bei der Lübecker Hafen-Gesellschaft gearbeitet hat, wo er zuletzt den Bereich Technik verantwortete und für drei Tochtergesellschaften als Geschäftsführer tätig war. 

80 Kilometer fährt der Maschinenbauingenieur nun täglich aus Lübeck bis zum Hansaport im Hamburger Hafen. Schon um 7.30 Uhr ist er am Terminal, um den morgendlichen Berufsverkehr zu umgehen. In den ersten Wochen hat er hauptsächlich die Prozesse und Abläufe am Hansaport verinnerlicht und Kontakte zu Geschäftspartnern und angrenzenden Unternehmen gepflegt. Termine, die sich oft bis in den Abend zogen. Spätestens gegen 23 Uhr ist dann aber auch für Thurnwald Schluss. Schließlich liegen noch  80 Kilometer nach Lübeck vor ihm. Aber wenigstens sind dann die Straßen wieder frei.