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/ 13.01.2014

Leidenschaft für MINT

Bei der HHLA stehen MINT-Absolventen wie Adam Olszewski (27) unkonventionelle Karrieren offen. Die fachliche Seite der Mathematik hat mit seinem heutigen Job gar nichts zu tun.

 

Treffen sich drei Physiker und ein Ingenieur im Comicbuchladen... Kein Witz! Aber vielleicht die beste Werbung für eine MINT-Karriere, seit es Privatfernsehen gibt. Denn zur besten Sendezeit flimmert bei Pro Sieben die Serie „Big-Bang-Theory“ über den Bildschirm. Woche für Woche sehen sie mehr als zwei Millionen Zuschauer. Sonst sind Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (abgekürzt: MINT) bei jungen Leuten nicht so gefragt. Nachwuchs mit naturwissenschaftlichem oder technischem Hintergrund gibt es weniger als es Arbeitsplätze gibt. Viele Jobs verlangen allerdings mehr als das Know-how im Kernfach. Bei der HHLA stehen MINT-Absolventen wie Adam Olszewski (27) auch unkonventionelle Karrieren offen. Er hat Mathematik an der Universität Hamburg studiert und arbeitet jetzt als IT-Anwendungsentwickler für Logistiksimulationen.


Herr Olszewski, Mathematiker arbeiten häufig bei Banken oder Versicherungen. War Ihnen das zu langweilig?

Ehrlich gesagt, habe ich an diese Jobs nie gedacht. Im allgemeinen Mathematikstudium lernt man vorrangig, logisch zu denken. Das hat gar nicht so viel mit Zahlen zu tun, wie viele Menschen vielleicht denken, weil sie ihren Mathematikunterricht aus der Schule vor Augen haben.


Was haben logistische Simulationen für Containeranlagen mit Mathematik zu tun?

Sehr viel. Wir simulieren etwa den Prozess, wenn ein Container vom Schiff gelöscht und auf dem Terminal eingelagert wird. Dazu muss man Probleme abstrahieren und lösen können. Genau das habe ich im Mathematikstudium gelernt.


Wie sieht das in der Praxis aus?

Wir betrachten etwa einen kompletten Terminal wie den in Altenwerder mit Containerbrücken, sämtlichen Transportfahrzeugen, Lagerkränen, Lkws und Bahnen über verschiedene Zeiträume. Diese Szenarien fließen anschließend in eine Simulation, die wir programmieren. So können wir vorhersagen, welche Folgen bestimmte Veränderungen haben werden.


Haben Sie bei Ihrer Arbeit für die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) auch mit Experten anderer Fachbereiche zu tun?

Wir tauschen uns intensiv mit den Kollegen der Terminals aus, die uns helfen, die Simulationen so realitätsnah wie möglich zu machen.


Wie gut hat Sie Ihr Studium auf den Beruf vorbereitet?

Die fachliche Seite der Mathematik hat mit meinem heutigen Job gar nichts zu tun. Was Mathematiker für viele Arbeitgeber so interessant macht, ist, dass sie gelernt haben, Schwierigkeiten zu erfassen und Antworten zu erarbeiten. Dafür nehmen Unternehmen auch in Kauf, dass die fachliche Einarbeitung etwas länger dauert. Im Studium gibt es leider kaum Praxisbezug. Mir hat auf jeden Fall geholfen, dass ich vor meinem Einstieg bereits zwei Jahre als Werkstudent bei der HHLA gearbeitet habe.

Interview: Markus Gerharz/Staufenbiel Karrieremagazin