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/ 18.01.2018

Von der Pike auf

Roger Mahler (50) ist im fünften Jahr Geschäftsführer bei Metrans Rail Deutschland. Als eingefleischter Bahner hat er eine besondere Definition, was „von der Pike auf“ bedeutet.

Als Roger Mahler neu in die Geschäftsführung bei Metrans Rail Deutschland einstieg, mußte er das komplette Team und den Bahnbetrieb am Standort Hamburg neu aufbauen. Dieses Team macht einfach alles, was in einem Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) anfällt: Verkehrsplanung, Flottenmanagement, Fahrplanbestellung oder Containervergabe in Hamburg, dem größten Eisenbahnhafen Europas. Dazu die vielen administrativen Anforderungen, die das Eisenbahnbundesamt und ein wachsendes Unternehmen so stellen.

„Bei uns gibt es keine normalen 8-Stunden-Jobs“, erzählt Mahler. „Wir sind alle ein wenig verrückt, das ganze Team. Richtige Bahn-Verrückte!“ Für den Geschäftsführer gilt das auf jeden Fall. Er fing 1983 bei der Deutschen Reichsbahn als Energieelektroniker an und hat den Beruf „von der Pike auf“ gelernt. Bei der Bahn ist die „Pike“ eine Spitzhacke, mit der man das Gleisbett mit Schotter verdichtet.

Solche Arbeit erledigen heute Maschinen, aber bei der Deutschen Bahn hat sich noch viel mehr geändert. Roger Mahler hatte das Glück, die großen Veränderungen in vielen verschiedenen Positionen mitzugestalten. Als Wagenmeister brachte er Reisezüge sozusagen durch den TÜV. Ab 2000 war er für die Autoreisezüge der DB zuständig, die es heute nicht mehr gibt. Für die Mittelweserbahn entwickelte er drei Jahre lang das Hafengeschäft und kam damals zum ersten Mal mit der Metrans in Kontakt. Bei der tschechisch-deutschen Gesellschaft (Mehrheitseigentümer ist die HHLA) war man sicher, die Rangierleistungen selbst noch besser erbringen zu können. „Die Metrans ist ein sehr schnell aufstrebender Betrieb, auf deren Leistung kann man echt stolz sein!“ sagt Mahler. Und auch seine Mitarbeiter sollen diesen Stolz spüren, deshalb achtet die Geschäftsführung sehr darauf, dass alle Ideen ernst genommen werden.

Wie schnell Mahler kreative Ideen umsetzen kann, zeigt er auch in seiner knappen Freizeit. Die verbringt er natürlich – falls er nicht grade in seinem Heimatrevier Rostock segelt – mit einer ganz besonderen Bahn. Er ist 2. Vorsitzender des Fördervereins „Rasender Roland“, der auf Rügen für den Erhalt der historischen Schmalspurbahn sorgt. Sie ist in den normalen ÖPNV eingebunden und transportiert jedes Jahr 660.000 Reisende. Als wäre das nicht ungewöhnlich und schwierig genug, hat Mahler auch die alte Fähre Wittow vor der Verschrottung gerettet. Sie schippert für den Verein bereits wieder über den Bodden vor Rügen.