Maßgeschneiderte "Leadership"

Die Hamburger Kühne Logistics Universität (KLU) hat eigens für junge HHLA-Führungstalente das maßgeschneiderte Corporate-MBA-Programm „Leadership and Supply Chain Management“ aufgelegt.

Am Anfang gab es nur ein paar leere Schreibtische und Bürostühle auf einer einzigen Büroetage in Hamburgs HafenCity. „Wir Professoren mussten uns die Computer und das Arbeitsgerät zunächst selbst organisieren“, erinnert sich Prof. Dr. Dr. h.c. Sönke Albers, bis 2016 Dean of Research der privaten Kühne Logistics University (KLU). „Es fühlte sich an wie im allerersten Jahr eines Start-ups“.

Aus der 2010 gegründeten „Start-up-Universität“ mit Blick auf die Elbphilharmonie ist  eine international renommierte, englischsprachige Hochschule in den Bereichen Transport, Global Logistics und Supply Chain Management geworden. Ein Ranking der „Wirtschaftswoche“ bewertete die KLU im Jahr 2019 als eine der besten Forschungs-Universitäten im Fachbereich Betriebswirtschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unter 200 Universitäten erzielte die KLU einen Top-Twenty-Rang – und landete auf Platz 2 unter den Privatunis.

Das Urteil der Experten bestätigt: Das erste Jahrzehnt der Hochschule mit ihren aktuell 400 Vollzeitstudenten und 24 Professoren aus aller Welt war eine Erfolgsgeschichte. Hervorragende Lernbedingungen, ein hohes Maß an beruflicher Spezialisierung und individuell zugeschnittene Seminare zeichnen die Bildungseinrichtung aus. "Für eine 10-Jährige ist die KLU sehr gebildet. Ihr Wissen verändert die Logistik. Auch die HHLA profitiert davon“, sagt Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der HHLA. Trägerin und alleinige Gesellschafterin der Universitäts-GmbH ist die gemeinnützige Kühne-Stiftung.

Programm für HHLA-Führungsnachwuchs

Auch die HHLA feiert mit. Denn seit April 2020 läuft an der KLU ein eigens für das Hamburger Hafen- und Logistikunternehmen maßgeschneidertes Corporate-MBA-Programm „Leadership and Supply Chain Management“. Es ist mit Blick auf die besonderen strategischen und kulturellen Zukunftsfragen entwickelt worden, denen sich die HHLA gegenübersieht: „Die HHLA als eines der führenden europäischen Logistik-Unternehmen“, sagt Personalvorstand Torben Seebold, „steht vor vielen Herausforderungen wie Automatisierung, Digitalisierung, interkultureller Komplexität, aber auch wachsendem Wettbewerbsdruck. Deshalb müssen wir die Fertigkeiten unserer jungen Führungskräfte und Talente ausbauen.“

Dafür gibt es das berufsbegleitende, englischsprachige MBA-Programm, dessen 17 Monate dauerndes Curriculum Kompetenzbereiche wie Kulturwandel, digitale Transformation und nachhaltige Wertschöpfung umfasst. Im ersten Jahr gehören neben einem Selbststudium mit umfangreichem Studienmaterial und zwölf begleitenden, viertägigen Blockseminaren auch zwei einwöchige Auslandsaufenthalte im chinesischen Schanghai und dem US-Bundesstaat Ohio dazu. Anschließend haben die Studierenden fünf Monate Zeit, um ihre Masterarbeit zu schreiben.

Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm ist ein Hochschulabschluss, drei Jahre Berufserfahrung und nachgewiesene Englisch-Kenntnisse auf hohem Niveau sowie das erfolgreiche Absolvieren eines mehrstufigen Auswahlverfahrens. Zusätzlich begleitet werden die Studierenden durch ein HHLA-internes Mentorenprogramm, das Führungskräfte der HHLA unterstützen.

Erfolg trotz Corona

Die Corona-Pandemie hat allerdings für den ersten Jahrgang des Corporate-MBA- Programms der HHLA – paritätisch besetzt mit sechs Männern und sechs Frauen – einiges durcheinandergewirbelt: Sowohl die Begrüßungsfeier als auch die ersten Blockseminare fanden online statt.

Dennoch sind die bisherigen Erfahrungen der Teilnehmenden durchweg positiv und die persönlichen Ziele der Teilnehmenden hoch: Julia Metslov etwa leitet seit 2019 den Kundendienst der estnischen HHLA-Tochter TK Estonia. Sie will „eine besonders gute Vorgesetzte werden und die Arbeitsprozesse verbessern“, weshalb das MBA- Programm mit seinem „starken Fokus auf moderne Führung“ für sie besonders zielführend sei. Toni Jakat, Leiter Vertrieb bei HCCR, sagt: „Ich möchte gern dazu beitragen, das vernetzte Arbeiten in der HHLA auch international voranzutreiben und den Kulturwandel zu fördern. Dafür bietet das MBA-Programm einen tollen Rahmen.“