Komm ins Offene!

Immer mehr Start-ups siedeln sich in der Speicherstadt an. Die HHLA vermietet ihnen Räumlichkeiten und will vom Gründergeist profitieren.

Durch die historische Speicherstadt spukt der Gründergeist. Wo früher Waren wie Kaffee oder Gewürze gelagert und veredelt wurden, werden heute gewaltige Datenmengen auf Festplatten gespeichert und Geschäftsideen zur Marktreife gebracht. Besonders durch den Kreativspeicher M28 weht ein neuer Wind.

HHLA Immobilien hat als Eigentümerin den einstigen Speicherblock aufwendig saniert und Räume geschaffen, die man in den ehemaligen Lagerböden zunächst nicht vermutet. Es sind offene Räume mit besonders flexiblen Flächen, die leicht an die Bedürfnisse auch kleiner Mieter angepasst werden können. Unter dem Kupferdach des Kreativspeichers erstreckt sich ein moderner „working space“ mit Platz für spontane Meetings, schnell verschiebbaren Möbeln und offener Kaffeeküche. Hier fördern drei sogenannte Acceleratoren (übersetzt: Beschleuniger) ausgewählte Start-ups, die für 6 Monate in einem geschützten Umfeld ihre innovativen Geschäftsideen ausprobieren und verbessern können. Am Next Logistics Accelerator (NLA) hat sich auch die HHLA beteiligt, wie im folgenden Textblock beschrieben.

Start-ups sind wichtige Treiber des Fortschritts

Die HHLA ist an Acceleratoren wie dem NLA, Rainmaking und dem Digital Hub Logistics beteiligt. Warum sind solche Start-ups für die HHLA interessant? Als wichtige Treiber des Fortschritts in der Logistikbranche bringen sie neue Ideen mit. Die HHLA prüft sehr genau, ob sie sich als Hebel für neues Wachstum einsetzen lassen, und beteiligt sich an manchen jungen Unternehmen aktiv. Das Know-how solcher Start-ups kann bei der Weiterentwicklung eigener Technologien helfen oder ist einfach nur ein gutes Investment. Ein weiterer Grund, warum sich die HHLA in dieser Szene engagiert: Sie bringt neuen Schwung in die Unternehmenskultur. Viele junge Gründer betrachten Herausforderungen aus einem anderen Blickwinkel und kommen zu überraschenden Lösungen. Der kreative Prozess ist offener und geht bewußt Risiken ein. Start-ups dürfen Fehler machen und probieren mehr aus. 

Fliegende Sensoren

Ein anderes Treibhaus für Ideen findet sich ebenfalls in der Speicherstadt. Der Digital Hub Logistics wurde von der Stadt Hamburg ins Leben gerufen.

Betritt man den Digital Hub, der einen historischen Boden am St. Annenufer 2 nutzt, spürt man schnell die Veränderung. Zwischen den mächtigen Eichenständer wurden gläserne Wände gezogen, die Atmosphäre ist offen und locker. Trotzdem wird hier intensiv an der „Logistik der Zukunft“ gearbeitet, so der eigene Anspruch. „Wir sind die erste Adresse für die digitale Business-Transformation der Logistikindustrie in Hamburg und ganz Deutschland“, heißt es auf der Webseite.

Im Block M28 lassen sich bereits die ersten Erfolgsgeschichten besichtigen, besonders aus dem Bereich Drohnen- und Virtual-Reality-Technologie. Auch das junge Unternehmen Spherie gehört dazu, an dem sich die HHLA mit 25,1 Prozent beteiligt hat. Spherie hat bereits spezielle Drohnen patentieren lassen und tüftelt gemeinsam mit der Tochtergesellschaft HHLA Sky an neuen technischen Lösungen.

Die HHLA nutzt Drohnen für Wartungs- und Inspektionsarbeiten, beispielweise für die Sichtkontrolle bei Containerbrücken. Überall in der Logistik werden Drohnen eingesetzt, nicht nur als Paket- oder Lastdrohnen.

HHLA SKY will auch ganz neue Geschäftsfelder erschließen. Drohnen können aus der Luft zentimetergenau Flächen vermessen, Menschen suchen, Schadstoffe identifizieren oder in der Landwirtschaft zielgenau Dünger versprühen. Nicolas Chibac, Gründer von Spherie begreift Drohnen „als fliegende Sensoren, die Daten generieren. Unsere Expertise dient der HHLA als Impulsgeber für ihren digitalen Wandlungsprozess.“

Letztes Update: 10.01.2020