Wasserstoff, seine Nutzung und was die HHLA damit zu tun hat

Wasserstoff kann durch Elektrolyse aus Wasser und erneuerbarem Strom gewonnen werden. Das Element ist vielseitig einsetzbar, zum Beispiel als Grundstoff für diverse Produkte (Ammoniak, Methanol, synthetische Kraftstoffe) in der chemischen Industrie, beim Transport, im Energiesektor usw. Es kann über große Distanzen in unterschiedlichen Formen transportiert werden und dabei als Energiespeicher genutzt werden. Wasserstoff soll die Stromnetze entlasten und stabilisieren, weil er Energie stofflich speichert, transportiert und zu jeder Zeit (oder Ort) freisetzen kann – also zum Beispiel, wenn kein Strom aus erneuerbaren Energiequellen verfügbar ist.

Wasserstoff wird seit Jahrzehnten mithilfe bewährter Techniken erzeugt und bisher hauptsächlich aus Erdgas gewonnen (grauer Wasserstoff). Seit Anfang der 1970er Jahre werden Fahrzeuge mit Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellenantrieb aktiv erprobt und sind insbesondere im öffentlichen Personennahverkehr bereits im Einsatz.

Seit einigen Jahren setzen viele Akteure im Rahmen der Energiewende darauf, dass Wasserstoff langfristig viele fossile Energieträger ersetzen könnte. Dafür wird jedoch Wasserstoff in seiner grünen Variante benötigt, der mit Ökostrom (Wind, Wasser, Sonne...) erzeugt wird. Derzeit reichen die Möglichkeiten zur Erzeugung erneuerbarer Energien in Europa und insbesondere in Deutschland jedoch nicht aus, um genügend grünen Wasserstoff zu erzeugen.

Die nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung sieht deshalb den Import von Wasserstoff aus potentiellen Erzeugerregionen (z.B. Teile Nordafrikas, Mittlerer Osten, Nordeuropa) vor, die in den industriellen Zentren Europas benötigt werden. Daraus folgt ein akuter Bedarf für die weiträumige Distribution des Energieträgers.

Um fossile Energieträger wirklich zu ersetzen, müssten große Mengen (grünen) Wasserstoffs über weite Entfernungen transportiert und in Distributionszentren gelagert werden. Dafür sind Rohrleitungen eine der in Betracht kommenden Möglichkeiten, doch zuvor müsste das bestehende Gasnetz technisch ertüchtigt werden.

Auch die Verdichtung und Lagerung von Wasserstoff in Druckbehältern oder Spezialtanks ist schon heute möglich, muss für eine großflächige Nutzung aber noch weiterentwickelt werden. Das Element kann gasförmig bei 200 bis 700 bar oder in flüssiger Form bei minus 253 Grad Celsius in Kryotanks gespeichert und transportiert.

Eine weitere Möglichkeit sind Trägermaterialien wie Ammoniak, Methanol oder andere LOHC (Liquid Organic Hydrogen Carrier), die derzeit noch erforscht bzw. weiter optimiert werden. Geeignet wären Materialien, die große Mengen Wasserstoff sicher und energetisch wenig aufwendig aufnehmen und ohne Verluste wieder abgeben können. Es gibt LOHC, von denen ein Liter 57 Kilogramm Wasserstoff speichert und damit gut geeignet ist, Wasserstoff in flüssiger Form zu transportieren, ohne ihn unter großem Energieaufwand abkühlen zu müssen. Gleichzeitig erlaubt das LOHC einen nahezu unbegrenzten und verlustfreien Wechsel zwischen wasserstoffreichem und wasserstoffarmem Zustand.

Die HHLA hat sich im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie vorgenommen, bis 2040 klimaneutral zu werden. Hier kann Wasserstoff als Energieträger einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung der HHLA leisten. Der Fokus liegt auf dem Einsatz von Brennstoffzellen bei Umschlaggeräten und im straßengebundenen Schwerlastverkehr.

Die Strategie der HHLA setzt außerdem auf die Erschließung profitabler Wachstumsfelder entlang der Transportströme der Zukunft. Das Unternehmen ist überzeugt davon, dass Wasserstoff ein vielversprechendes Geschäftsfeld ist. Es ist mit seinem Netzwerk, das von verschiedenen Häfen bis in das europäische Hinterland reicht, hervorragend positioniert, um die neuen Chancen im Bereich Wasserstoffimport und -transport zu ergreifen.

Als einer der größten Anbieter von Umschlag- und intermodalen Logistikleistungen in Europa unterstützt die HHLA die Transformation von fossilen hin zu wasserstoffbasierten Energieträgern mit ihrem Know-how und geeigneten Anlagen. Das Unternehmen stellt sich der Herausforderung, Wasserstoff zu lagern und in geeigneter Form zu den Endabnehmern zu transportieren. Darüber hinaus nutzt die HHLA die sich ergebenden Chancen zu einer vollständigen Dekarbonisierung logistischer Ketten, beispielsweise durch einen forcierten Einsatz von Brennstoffzellen.

Wasserstoff ist ein natürliches Element, das bei normalen Umgebungstemperaturen die Form eines Gases hat. Bereits in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurde Stadtgas, das zu mehr als 51 Prozent aus Wasserstoff bestand, in Haushalten zum Heizen und Kochen eingesetzt. Kommt es zu einer unbeabsichtigten Freisetzung, gibt es meist keine Probleme, weil keine giftigen Stoffe entstehen. Da Wasserstoff jedoch zu den entzündlichen Gasen gehört, müssen beim Umgang und der Lagerung natürlich die üblichen Sicherheitsstandards eingehalten werden. Für die HHLA gehört der Umschlag und Transport solcher Güter zum täglichen Geschäft.