Blaupause für Deutschland und Europa

Das Thema H2 ist bei der HHLA prominent besetzt. Das Unternehmen möchte bis 2040 klimaneutral agieren. Wasserstoff als Energieträger kann dabei einen wesentlichen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Ein Kurzinterview mit HHLA-Projektmanagerin Karin Debacher.

Sehr viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit mit den Themen Wasserstoff und Brennstoffzelle. Haben wasserstoffbetriebene Geräte auch für die HHLA eine besondere Relevanz?

Bei etlichen hundert Umschlagsgeräten und rund 17.000 Lkw, die jeden Tag den Hamburger Hafen anfahren, ist das Potenzial für die Dekarbonisierung enorm. Deshalb planen wir in Hamburg eine Initiative, die als Blaupause für Standorte europaweit genutzt werden kann.

Wie sieht dieser Plan aus?

Wir haben das Innovationscluster Clean Port & Logistics gegründet, das durch die Bundesregierung gefördert wird. Es bildet einen offenen organisatorischen Rahmen, der Gerätehersteller, Hafen- und Logistikunternehmen, wissenschaftliche Partner, Produzenten von erneuerbarem Wasserstoff, Softwareunternehmen und Betreiber bzw. Hersteller von Tankstellen zusammenbringen soll. Wir wollen in überregionaler Zusammenarbeit testen und untersuchen, wie Wasserstoff als Treibstoff beim Hafenumschlag und in der Schwergutlogistik verlässlich eingesetzt werden kann.

In welchen Schritten und wie schnell kann das ablaufen?

Zuerst werden die dazu notwendigen Tests, Simulationen, Vorarbeiten und Untersuchungen entworfen, dann Schlussfolgerungen gezogen und auch gleich Ausbildungs- und Schulungskonzepte erarbeitet. Als Zentrum der Aktivitäten soll ein Testcenter für wasserstoffbetriebene Geräte am HHLA Container Terminal Tollerort in Hamburg errichtet werden. Damit wollen wir schnellstmöglich die PS auf die Straße bringen.

Das klingt ambitioniert …

... ist aber dringend geboten: Der serienmäßige Einsatz von Schwerlastgeräten ist das Ziel. Und damit wir und die Logistik klimaneutral werden, müssen wir testen und Erfahrungen sammeln, um die Technologie verlässlich einsetzbar und wirtschaftlicher zu machen.