Hyperloop - Containertransport durch die Röhre

Container mit Magnetschwebetechnik durch eine Röhre zu befördern – aus dieser Vision eines Tages Wirklichkeit werden zu lassen, daran arbeiten die HHLA und das US-amerikanische Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies (HTT). Sie haben dazu im Dezember 2018 das Joint Venture „Hyperport Cargo Solutions“ (HCS) gegründet, um gemeinsam wichtige Komponente für ein Hyperloop-Transportsystem zu entwickeln. Die neue Technologie soll in der Hafen- und Transportlogistik weltweit vermarktet werden.

Gemeinsame Entwicklungsarbeit

Der Weg dahin ist allerdings noch lang. Zunächst ist geplant, ein Produktkonzept sowie die Roadmap eines kommerziellen Prototyps zu konzipieren. Dazu soll ein Hyperport Mock-Up, auch Demonstrator genannt, bis Oktober 2021 am Hamburger HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) entstehen. Dafür werden eine Transportkapsel für Container sowie ein Teil einer Hyperloop-Röhre entwickelt und gebaut. Der Demonstrator soll den Abfertigungsprozess in einem Hyperport veranschaulichen und unter anderem die Integration mit autonomen Fahrzeugen zeigen.

Mit dem Hyperloop-Transportsystem setzt sich die HHLA für neuartige logistische Mobilitätslösungen ein. Ihr Anspruch als „Tor zur Zukunft“ ist es, mit innovativen Ansätzen einen Beitrag zur Entlastung der Verkehrsinfrastruktur zu leisten.  Der Partner HTT ist bereits Experte in der Hyperloop-Technologie. Ein Team von 800 Ingenieuren entwickelt mit 40 Partnern weltweit Hyperloop-Konzepte.

Ein neuer Verkehrsträger mit vielen Vorteilen

Die gemeinsame Idee hinter Hyperport Cargo Solutions: Hyperloop wird Bahn und LKW im Hinterlandtransport als Verkehrsträger ergänzen. Theoretisch hat diese Weiterentwicklung der Magnetschwebebahntechnik viele Vorteile:

  • Sehr schneller Verkehrsträger
  • Sicherer Transport von Containern, da es keine äußeren Einflüsse gibt
  • Umweltfreundlicher Transport mit geringen Emissionen
  • Neuer Verkehrsträger entlastet Schiene, Straße und Luftweg
  • Energieeffizient auch bei hohen Mengen: Nach Erreichung der Schwebephase kein Energieverbrauch, Energierückgewinnung beim Bremsen

Eine überzeugende Grundidee

Hinter dem Hyperloop-Konzept steckt bisher die Idee, Personen mit Hochgeschwindigkeit durch eine Röhre zu befördern. Die eingesetzten Transportkapseln werden mithilfe von Magnetschwebetechnik in einem Tunnel, in dem ein Teilvakuum herrscht, beschleunigt. Wenn Personen mit dem Hyperloop-System befördert werden können – was inzwischen machbar ist, wie Tests auf Versuchsstrecken zeigten – dann sollte das System auch für den Gütertransport eingesetzt werden können. Weil der Container ein weltweit einheitlicher Transportbehälter ist, eignet er sich besonders gut. Bereits containerisierte Ware müsste für den Hyperloop-Transport nicht mehr umgeladen werden.

Anders als beim Personentransport liegt der Fokus bei „Hyperport Cargo Solutions“ nicht auf der Geschwindigkeit, sondern auf einem größtmöglichen Durchsatz (Transporteinheiten pro Stunde) und auf einem energiearmen Transport.

Übrigens: Elon Musk ist nicht dabei

Tesla-Gründer Elon Musk ist an diesem Projekt oder an Hyperloop Transportion Technologies nicht beteiligt. Von ihm stammt allerdings die Grundidee für den Hyperloop. Mit der Veröffentlichung eines White Papers zu dieser Technologie durch Elon Musk im August 2013 war das Konzept in der Welt und konnte von jedermann genutzt werden. Viele unabhängige Projektteams treiben seitdem die Entwicklung und Umsetzung der Hyperloop-Technik voran.