Die Sprachensammlerin

Kathrin Kunze aus der IT-Abteilung muss in vielen Programmiersprachen fit sein.

Dass sie einmal in der IT landen würde, hätte Kathrin Kunze selbst wohl am wenigsten für möglich gehalten. 1991 heuerte die Abiturientin bei der HHLA an, um Bürokauffrau zu werden. Einen familiären Bezug zum Maritimen hatte die gebürtige Hamburgerin: Ihr Vater ist früher zur See gefahren und arbeitet bis heute ehrenamtlich auf der „Cap San Diego“. HHLA lag also nahe, aber IT? Es war ihr Ausbilder Horst Wichern in der damaligen Abteilung DC, der ihr Talent fürs Programmieren entdeckte. „Offensichtlich habe ich mich nicht ganz dämlich angestellt“, sagt die heute 43-Jährige schmunzelnd.

Heute managt Kunze als „Stellenleiterin“ in der Abteilung „I“ (Informationssysteme) ein Team von 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – darunter auch ihr Mentor Wichern. Dazwischen liegen fast 25 Jahre, in denen sich alles weiterentwickelt hat: die Programme, die Abläufe am HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB) – und Kathrin Kunze. In zahlreichen Projekten hat sie dazu beigetragen, etwa die Steuerung der Van Carrier weiter zu verbessern. Oftmals musste sie dafür in mehreren Sprachen unterwegs sein. Programmiersprachen, versteht sich. 

„Ich habe mich da reingekniet und viel Unterstützung bekommen“, sagt sie. Schulungen gaben den letzten Schliff. Als Ende der 1990er-Jahre eine neue Lagersteuerung mit grafischer Oberfläche für die Akteure an den Start ging, hat sie ihren Geburtstag am Rechner erlebt. Eine Frage der Verantwortung: „Wenn das nicht funktioniert, steht der Terminal“, sagt Kunze. 

Ihr Team hat viele Herausforderungen gemeistert. Zum Beispiel das Projekt „Liegeplatz 1“, bei dem es darum ging, die Informationen für die Arbeitsplätze auf den Containerbrücken besser zu bündeln. „Das war die erste Anwendung in Java am Burchardkai“, sagt Kunze – und wieder eine neue Sprache. Was fasziniert sie an der Softwareentwicklung? „Man kann was bewegen.“ Und das im Wortsinn: „Die Containerbrücke bewegt sich, weil ich das programmiert habe“, sagt die Selfmade-ITlerin. Umso schöner sei es, wenn auch die Anwender mit dem Ergebnis zufrieden seien. 

Derzeit hat Kunze viel mit der Anpassung von Schnittstellen zum neuen Steuerungssystem ITS zu tun. Mehr als zwei Jahrzehnte ist sie jetzt in der IT und empfindet das als „glückliches Schicksal“ – auch weil der Teamgeist in der Abteilung und das Vertrauensverhältnis zu ihren „Kunden“ am Terminal stimmen.