14.11.2023

Konjunkturelle Belastungen wirken sich weiterhin auf Geschäft der HHLA aus

  • Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath: „Die konjunkturelle Lage wirkt sich weiterhin auf die Geschäftsentwicklung der HHLA aus. Daher arbeiten wir auch in unruhigen Zeiten konsequent an unserem Effizienzprogramm und führen unsere Nachhaltigkeitsinitiativen fort.“
  • Containerumschlag reduziert sich um 8,5 Prozent auf 4.455 Tsd. TEU
  • Containertransport fällt um 3,4 Prozent auf 1.222 Tsd. TEU
  • Konzern-Umsatzerlöse belaufen sich auf 1.090,0 Mio. Euro

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 eine rückläufige Umsatz- und Ergebnis­entwicklung. Der anhaltende Krieg in der Ukraine, geopolitische Spannungen, Inflation und steigende Zinsen belasteten die Nachfrage von Verbrauchern und Industrie und bremsen die weltweite konjunkturelle Erholung nach der Pandemie weiter aus. Die Geschäfts­entwicklung der HHLA im ersten Halbjahr 2023 spiegelte die schwierigen Umfeld­bedingungen bereits wider. Die im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete konjunktur­bedingt stark rückläufige Mengen­entwicklung hat sich dank eines stärkeren dritten Quartals im Segment Container abgeschwächt, blieb aber für den Containert­ransport weiterhin heraus­fordernd. Darüber hinaus wirkte sich die im Vergleich zum Vorjahres­zeitraum kürzere Verweil­dauer umzuschlagender Container an den Hamburger Container­terminals mindernd auf die Lager­geld­erlöse aus. Die Umsatz­erlöse im HHLA-Konzern reduzierten sich um 7,1 Prozent auf 1.090,0 Mio. Euro (im Vorjahr: 1.172,7 Mio. Euro). Das Konzern-Betriebs­ergebnis (EBIT) verringerte sich um 52,8 Prozent auf 75,6 Mio. Euro (im Vorjahr: 160,1 Mio. Euro). Die EBIT-Marge betrug 6,9 Prozent (im Vorjahr: 13,7 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern und nach Anteilen anderer Gesellschafter belief sich auf 11,9 Mio. Euro (im Vorjahr: 69,8 Mio. Euro).

Angela Titzrath, HHLA-Vorstands­vorsitzende: „Die eingetrübte konjunkturelle Lage wirkt sich weiterhin auf die Geschäfts­aktivitäten der HHLA als international tätiges Logistik­unternehmen aus. Die daraus resultierenden heraus­fordernden Rahmen­bedingungen spiegeln sich daher auch in dem Ergebnis des Unternehmens nach dem dritten Quartal wider. In Zeiten multipler Krisen ist es allerdings umso wichtiger, den strategischen Kurs beizubehalten. Daher arbeiten wir auch in unruhigen Zeiten konsequent daran, die Wettbewerbs- und Zukunfts­fähigkeit des Unternehmens zu stärken und unsere Anstrengungen im Bereich der Nachhaltigkeit voranzutreiben. So wurde der Container Terminal Altenwerder in Hamburg im dritten Quartal erneut als klima­neutral zertifiziert und das HHLA Pure Netzwerk von unserer Bahn­tochter Metrans für einen klima­freundlichen Container­transport weiter ausgebaut.“

Teilkonzern Hafenlogistik: Geschäftsentwicklung Januar – September 2023

Der börsennotierte Teilkonzern Hafenlogistik verzeichnete in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang um 7,4 Prozent auf 1.061,3 Mio. Euro (im Vorjahr: 1.145,8 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) fiel um 57,4 Prozent auf 61,8 Mio. Euro (im Vorjahr: 145,3 Mio. Euro). Die EBIT-Marge belief sich auf 5,8 Prozent und lag damit 6,9 Prozent­punkte unter dem Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern und nach Anteilen anderer Gesellschafter reduzierte sich um 94,9 Prozent auf 3,1 Mio. Euro (im Vorjahr: 61,3 Mio. Euro). Das Ergebnis je Aktie belief sich damit auf 0,04 Euro (im Vorjahr: 0,85 Euro).

Im Segment Container ging der Container­umschlag an den HHLA-Container­terminals im Vergleich zum Vorjahr um 8,5 Prozent auf 4.455 Tsd. Standard­container (TEU) zurück (im Vorjahr: 4.869 Tsd. TEU). Das Umschlag­volumen an den Hamburger Container­terminals lag dabei mit 4.286 Tsd. TEU um 6,9 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres (im Vorjahr: 4.605 Tsd. TEU). Haupttreiber für diese Entwicklung war der Rückgang der Volumen des Fahrt­gebiets Fernost, insbesondere China. Positive Impulse aus dem nord­amerikanischen Ladungs­aufkommen sowie den Umschlag­mengen des Mittleren und Nahen Ostens konnten diese nicht kompensieren. Bei den Zubringer­verkehren (Feeder) lag die Mengen­entwicklung ebenfalls stark unter dem Vorjahr. Neben den reduzierten schwedischen und polnischen Verkehren fielen zusätzlich sanktions­bedingt die Russland­mengen aus. Die Feeder­quote am wasser­seitigen Umschlag belief sich auf 18,4 Prozent (im Vorjahr: 20,5 Prozent).

Das Umschlagvolumen an den internationalen Container­terminals ging gegenüber dem Vorjahr um 36,0 Prozent auf 169 Tsd. TEU zurück (im Vorjahr: 264 Tsd. TEU). Ursache hierfür war insbesondere der starke Rückgang der Ladungs­mengen am Container Terminal Odessa (CTO), nachdem dort Ende Februar 2022 der seeseitige Umschlag infolge des russischen Angriffs­kriegs auf behördliche Anweisung eingestellt worden war. Zudem blieben 2023 zusätzliche Anläufe am Container­terminal TK Estonia als Alternative zu russischen Häfen aus. Der merkliche Anstieg der Umschlag­mengen am Multi­funktions­terminal HHLA PLT Italy konnte diesen Wegfall nicht kompensieren.

Die Umsatz­erlöse des Segments sanken im Berichts­zeitraum um 18,2 Prozent auf 534,3 Mio. Euro (im Vorjahr: 653,2 Mio. Euro). Grund hierfür war neben der deutlichen Mengen­reduzierung im Wesentlichen der Rückgang der Verweil­dauer umzuschlagender Container an den Hamburger Terminals, die sich im Vorjahres­zeitraum als Folge der gestörten Liefer­kette steigernd auf die Lager­geld­erlöse ausgewirkt hatte. Vor diesem Hinter­grund ging das Betriebs­ergebnis (EBIT) um 77,6 Prozent auf 27,3 Mio. Euro zurück (im Vorjahr: 121,7 Mio. Euro). Die EBIT-Marge sank um 13,5 Prozent­punkte auf 5,1 Prozent (im Vorjahr: 18,6 Prozent).

Im Segment Intermodal reduzierte sich der Container­transport insgesamt um 3,4 Prozent auf 1.222 Tsd. Standard­container (TEU) (im Vorjahr: 1.266 Tsd. TEU). Die Bahn­transporte verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent auf 1.037 Tsd. TEU (im Vorjahr: 1.054 Tsd. TEU). Von dem Rückgang waren alle wesentlichen Relationen betroffen, insbesondere die polnischen Verkehre. Die Straßen­transporte verzeichneten einen Rückgang um 12,4 Prozent auf 185 Tsd. TEU (im Vorjahr: 211 Tsd. TEU).

Die Umsatz­erlöse lagen mit 465,8 Mio. Euro um 8,0 Prozent über dem Vorjahres­wert (im Vorjahr: 431,4 Mio. Euro) und entwickelten sich damit stark gegenläufig zur Transport­menge. Grund hierfür war das im Verlauf des Vorjahres gestiegene Niveau der Transport­erlöse, das an die gestiegenen Kosten im Leistungs­einkauf, insbesondere von Energie, angepasst werden konnte. Das Betriebs­ergebnis (EBIT) belief sich im Mitteilungs­zeitraum auf 61,4 Mio. Euro (im Vorjahr: 64,0 Mio. Euro) und sank somit um 4,1 Prozent. Ursächlich für die rück­läufige EBIT-Entwicklung war im Wesentlichen der Rückgang der Transport­menge. Die EBIT-Marge ging um 1,6 Prozent­punkte auf 13,2 Prozent zurück (im Vorjahr: 14,8 Prozent).

Teilkonzern Immobilien: Geschäftsentwicklung Januar – September 2023

Die HHLA-Immobilien in der historischen Speicherstadt und auf dem Fisch­markt­areal verzeichneten in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäfts­jahres eine weiterhin konstante Entwicklung bei annähernder Voll­vermietung der beiden Quartiere.

Die Umsatz­erlöse stiegen im Berichts­zeitraum deutlich um 6,3 Prozent auf 35,0 Mio. Euro (im Vorjahr: 32,9 Mio. Euro). Neben gestiegenen Erlösen aus Umsatz­miet­vereinbarungen trugen vor allem höhere Miet­erlöse aus neu entwickelten Objekten in der Speicher­stadt hierzu bei. Den deutlichen Umsatz­zuwächsen standen ein geplanter temporärer Leer­stand aufgrund einer energetischen Fassaden­sanierung an einem Objekt und ein insbesondere im dritten Quartal gestiegener Instand­haltungs­aufwand gegenüber. Zudem belasteten höhere Abschreibungen nach abgeschlossener Projekt­entwicklung sowie Rück­bau­kosten im Zuge der Bau­vorbereitung eines Groß­projekts auf dem Fisch­markt­areal die Ergebnis­entwicklung. Das kumulierte Betriebs­ergebnis (EBIT) sank entsprechend im Berichts­zeitraum um 7,3 Prozent auf 13,5 Mio. Euro (im Vorjahr: 14,6 Mio. Euro).

Ausblick 2023

Die in den ersten neun Monaten des Jahres 2023 eingetretene wirtschaftliche Entwicklung der HHLA deckt sich im Teil­konzern Hafen­logistik und im Teil­konzern Immobilien im Wesentlichen mit der im zusammen­gefassten Lage­bericht 2022 erwarteten Entwicklung, welche zum Zeitpunkt der Geschäfts­berichts­erstellung aufgrund der geo­politischen Spannungen und deren Auswirkungen auf Inflation und wirtschaftliche Sanktions­maßnahmen unter hoher Unsicherheit stand. Die konjunkturelle Erholung nach der Pandemie hat sich im laufenden Geschäfts­jahr in den für den Teil­konzern Hafen­logistik wesentlichen Märkten schwächer entwickelt als von führenden Wirtschafts­instituten zu Jahres­beginn angenommen. Die Geschäfts­entwicklung der HHLA spiegelt das Stimmungs­bild wider. Die im ersten Halbjahr 2023 verzeichnete konjunktur­bedingt stark rückläufige Mengen­entwicklung hat sich im dritten Quartal des laufenden Jahres im Segment Container abgeschwächt, blieb aber für den Container­transport weiterhin heraus­fordernd.

Vor dem Hinter­grund dieser Entwicklung wird im Teil­konzern Hafen­logistik unverändert mit einem deutlichen Rückgang im Container­umschlag gegenüber dem Vor­jahr gerechnet. Für den Container­transport wird hingegen ein moderater Rück­gang gegenüber 2022 erwartet (vorher: auf dem Niveau des Vorjahres).

Bei den Umsatz­erlösen wird unverändert von einem deutlichen Rück­gang ausgegangen. Diese Entwicklung ist durch einen mengen­bedingt starken Rückgang der Umsatz­erlöse im Segment Container begründet, die durch einen deutlichen Anstieg der Umsätze im Segment Intermodal nicht ausgeglichen werden kann.

Die Erwartung für das Betriebs­ergebnis (EBIT) liegt unverändert in der Band­breite von 100 bis 120 Mio. Euro, wobei nunmehr ein Betriebs­ergebnis am unteren Ende der Band­breite für wahrscheinlich gehalten wird. Dabei wird innerhalb dieser Spanne im Segment Container weiterhin ein starker Rückgang und im Segment Intermodal aufgrund der erwarteten geringeren Transport­menge nunmehr ein moderater Rückgang (vormals: leichter Rückgang) des jeweiligen Segment-EBIT gegenüber dem Vorjahr angenommen.

Für den Teil­konzern Immobilien wird unverändert mit einer Umsatz­entwicklung auf dem Niveau des Vorjahres sowie einem deutlichen Rückgang des Betriebs­ergebnisses (EBIT) gerechnet.

In Summe wird auf Konzernebene ein deutlicher Rückgang bei den Umsatz­erlösen erwartet. Das Betriebs­ergebnis (EBIT) wird weiterhin in einer Band­breite von 115 bis 135 Mio. Euro liegen.

Zur Steigerung der Effizienz im Hamburger Hafen sowie dem Ausbau der ausländischen Terminals und der Erweiterung der eigenen Transport- und Umschlag­kapazitäten für den schienen­gebundenen Transport wurden in den ersten neun Monaten bereits Investitionen getätigt, die oberhalb der ursprünglichen Erwartung lagen. Für das Geschäfts­jahr 2023 werden daher auf Konzern­ebene nunmehr Investitionen in einer Band­breite von 270 bis 320 Mio. Euro (vorher: in einer Band­breite von 250 bis 300 Mio. Euro) erwartet. Davon entfällt mit 240 bis 290 Mio. Euro der wesentliche Teil auf den Teil­konzern Hafen­logistik.

Die Quartalsmitteilung finden Sie unter:
bericht.hhla.de/quartalsmitteilung-q3-2023

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HHLA/Thies Rätzke

Containerumschlag an den Terminals der HHLA im Hamburger Hafen.

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