Wie von Geisterhand

Der HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA) ist hoch-automatisiert und zertifiziert klimaneutral. Speziell entwickelte Arbeitsabläufe machen den Containerumschlag besonders effizient. Lernen Sie mehr darüber, wie die einzelnen Prozesse ineinandergreifen.

In Altenwerder wurde ein Umschlagterminal auf dem Reißbrett entworfen, viele Abläufe konnten durch Computersimulationen getestet werden. Es entstand eine sehr kompakte Anlage mit klarem Layout und kurzen Wegen, hochgradig automatisiert und ständig optimiert. Ein komplexes, von der HHLA programmiertes und ständig weiterentwickeltes IT-System übernimmt die Steuerung verschiedener Elemente, von der Containerbrücke bis zur Lagerhaltung.

Haben die Schiffe festgemacht, senken die Containerbrücken ihre Ausleger. Daran hängt die Hauptkatze, die von einem Fahrer aus einer Glaskanzel bedient wird. Er hat alles im Blick und gleicht die unvermeidlichen Bewegungen des Schiffes mit Fingerspitzengefühl aus. Beim Löschen des Schiffs wird der Container entladen und auf einem höher gelegenen Arbeitsportal abgestellt. Dort müssen die Twistlocks (sie dienen der Sicherung von Containern an Bord) entfernt und die Kennung der Boxen überprüft werden. Dann übernimmt die zweite, sogenannte Portalkatze den Container automatisch und setzt ihn auf ein Automated Guided Vehicle (AGV).

Diese vollkommen automatisierten Fahrzeuge sind zwischen den Brücken und dem Containerlager unterwegs. Den schnellsten Weg sucht eine eigens entwickelte Software anhand von mehr als 19.000 Transpondern, deren Signale zur Positionsbestimmung der Fahrzeuge dienen. Die AGV laden ihre Batterien selbstständig an ganz speziellen Ladestationen.

Auch die meisten anderen Terminalfahrzeuge und Umschlaggeräte sind elektrifiziert und werden mit Ökostrom betrieben. Der CTA konnte sich daher als weltweit erste klimaneutrale Umschlaganlage für Container zertifizieren lassen.

Das Containerlager besteht aus 26 Lagerblöcken, die von jeweils zwei Portalkränen auf Schienen (RMG) bearbeitet werden. Die beiden Kräne sind unterschiedlich hoch, damit sie parallel zueinander arbeiten und bei nötigen Wartungsarbeiten füreinander einspringen können. Die bunten Boxen werden nach Vorgaben der Software in dem Blocklager abgestellt. Bald soll Künstliche Intelligenz die Stellplätze so optimieren, dass die Auslieferung noch schneller erfolgen kann.

Den Transport der Container zwischen Blocklager und dem Bahnhof übernehmen Zugmaschinen mit besonderen Chassis. Auf dem CTA-Gelände arbeitet der Kombi-Transeuropa Terminal Hamburg (KTH) als größter Containerbahnhof für den Kombinierten Verkehr in Europa. Direkt daneben liegt ein erfolgreiches Güterverkehrszentrum (GVZ), das den Bahnhof ebenfalls nutzen kann. Auf seinen neun jeweils 720 Meter langen Gleisen werden Ganzzüge von Bahnkränen mit drehbaren Katzen abgefertigt. Beim Einfahren der Züge prüft ein sogenanntes Train-Gate mit Kameras die Kennung und weitere Merkmale der Container automatisch.

Den Mitarbeitern im CTA-Leitstand steht eine äußerst komplexe IT-Steuerung, die Terminal-Logistik und -Steuerung oder TLS genannt wird, zur Verfügung. Mit Ihrer Hilfe können die Umschlag- und Lagerprozesse mit dem Schienen- und Straßenverkehr auf dem gesamten Terminal kombiniert werden. Die Software wurde von der HHLA IT selbst entwickelt und ständig neuen Anforderungen angepasst. Sie steuert über Datenfunk die verschiedenen Kräne und Containertransporter. So werden kürzere Fahrstrecken, weniger Leerfahrten und termingerechte Abwicklung der Transportaufträge bei optimaler Auslastung aller Ressourcen ermöglicht.

Aber das Zusammenspiel funktioniert nur dann, wenn im Leitstand und überall auf dem Terminal erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Anlage am Laufen halten. Es sieht nur manchmal so aus, als würde der CTA von einer Geisterhand bewegt.