Erste Landstromanlage für Containerschiffe in Hamburg

Erst für Kreuzfahrer, nun auch für Containerschiffe: Auf den HHLA Container Terminals Burchardkai und Tollerort werden die ersten Landstromanlagen für Box Carrier im Hamburger Hafen gebaut. Von 2023 an sollen sie in einer ersten Testphase Ökostrom aus dem öffentlichen Netz an Bord der Schiffe liefern.

Die Hamburg Port Authority (HPA) als Eigentümerin der Kaianlagen im Hamburger Hafen hat die Siemens AG mit der Errichtung der entsprechenden Systeme beauftragt. Der Einsatz von Landstrom senkt die Emissionen eines im Hafen liegenden Schiffes erheblich. Sobald die Stromverbindung hergestellt ist, können die Dieselaggregate, die normalerweise den Strom an Bord erzeugen, abgestellt werden. Nicht nur Luftschadstoffe und Treibhausgase sondern auch Lärmemissionen werden somit lokal auf Null reduziert.

Das Projekt ist eine von zahlreichen Maßnahmen zur Umsetzung des Luftreinhalteplans der Stadt Hamburg ab 2025.

Landstromanlagen gelten zurzeit als wirkungs- und sinnvolle Lösung für eine emissionsfreie Liegezeit. Durch sie wird vermieden, dass die angeschlossenen Schiffe lokal Stickoxide, Schwefeldioxid, Rußpartikel und Treibhausgase ausstoßen. – Ihre Funktionsweise ist technisch komplex. Mit einem langen, dicken Kabel und zwei Steckern ist es nicht getan, schließlich liegt der Leistungsbedarf großer Containerschiffe im Bereich einer kleinen Stadt.

Hintergrund: Im internationalen Seeverkehr sind rund 75 Prozent aller Schiffe mit 60-Hertz-Bordnetzen ausgestattet. Jedoch nur ein Viertel aller Länder weltweit betreiben ihre Stromnetze mit dieser Frequenz, in Deutschland beträgt sie beispielsweise 50 Hertz. Daher muss die Landfrequenz an die Bordfrequenz aufwändig und gleichzeitig sicher angepasst werden.

Schon 2016 nahm die erste Landstromanlage für Kreuzfahrtschiffe in Europa am Cruise Center Altona den Betrieb auf. Sie ist Vorbild für die neuen Systeme an den HHLA Container Terminals Burchardkai und Tollerort.

Mit dem Bau der Landstromanlagen durch die HPA erfolgt nun ein weiterer wichtiger Schritt bei der Dekarbonisierung des Hafens und der Logistikketten. Auch die Luftqualität in der Stadt wird sich nachhaltig verbessern.