/ SUCHEN
/ DEUTSCH/ ENGLISH

Blick unter die Motorhaube

Diese Mehrsystemlok zieht bis zu 2.200 Tonnen schwere Metrans-Züge, und das in sieben Ländern mit unterschiedlichen Stromnetzen. Wir zeigen, was diese Lokomotive so stark macht.

Die HHLA-Bahntochter Metrans verfügte im Mai 2016 über 20 eigene Streckenlokomotiven des Typs TRAXX F140 MS von Bombardier, zehn weitere sind bereits bestellt. Dieser Lokomotiventyp hat eine Fahrleistung von 7.616 PS. Er zeichnet sich – wie das Kürzel „MS“ für „Mehrsystem“ andeutet – dadurch aus, dass er in Ländern und Regionen mit unterschiedlichen Stromnetzen eingesetzt werden kann. Denn die TRAXX F140 MS kann sowohl mit Wechselstrom als auch mit Gleichstrom betrieben werden. Für die HHLA-Tochter Metrans ist das sehr wichtig, denn sie bedient ein großes Netzwerk von regelmäßigen Zugverbindungen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Auf diesem Netzwerk kann eine Mehrsystemlok grenzüberschreitend eingesetzt werden, der Austausch von Lokomotiven an den Grenzen entfällt. Das spart Zeit und Kosten und sichert eine hohe Zuverlässigkeit beim Bahntransport von Containern.

1) Tatzlagerantrieb

Jede der vier Achsen der Lok wird durch einen eigenen Fahrmotor angetrieben. Die sogenannten Tatzlagerantriebe erlauben eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Ihr Getriebe hat im Gegensatz zum Auto eine starre Übersetzung, das heißt, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit werden einzig vom Stromrichter (in der Lokmitte) vorgegeben.

2) Wechselstrom-Abnehmer

Die Lok hat vorn und hinten auf dem Dach zwei Wechselstrom-Abnehmer, dahinter (zur Mitte) zwei Gleichstrom-Abnehmer. Sie werden benötigt, um in Netzen mit unterschiedlicher Spannung zu fahren. Jeweils der für die Spannung und Fahrtrichtung notwendige Stromabnehmer wird für die Fahrt angehoben.

3) Stromrichter und Trafo

Aus der Oberleitung wird der Stromrichter (großer Schrank in der Lokmitte) via Transformator (unten) mit Energie versorgt. Die Energie wird für die unterschiedlichen Verbraucher wie etwa Fahrmotoren, Beleuchtung oder Klimaanlage in die benötigte Spannung umgewandelt.

4) Energierückspeisung

Bremst die Lokomotive, wird die dabei freigesetzte elektrische Energie über den Stromrichter (in der Lokmitte) in die Oberleitung zurückgegeben. Auf dem Bildschirm im Führerstand kann das Maß der Energierückspeisung (gelber Balken) überprüft werden. Mit dieser Rückspeisung wird der Energieverbrauch der Lokomotive verrechnet. Im Ergebnis verbraucht sie weniger - das ist umweltfreundlich und kostensparend.