Binnenschiffe im digitalen Netz

Das Hamburger Unternehmen HVCC sorgt für eine optimierte Abfertigung.  

Transporte mit dem Binnenschiff haben einen großen Vorteil: Sie stehen nicht im Stau wie Lkw auf der Straße und sind meistens pünktlich. Zur reibungslosen An- und Abfahrt der Schiffe trägt auch das HVCC Hamburg Vessel Coordination Center bei, ein Gemeinschaftsunternehmen von HHLA und Eurogate.

Von Hamburg starten täglich Transporte auf der Elbe und den angeschlossenen Kanälen in das Binnenland oder laufen die Stadt an. So bestehen auf der Mittel- und Oberelbe regelmäßige Verbindungen in Richtung Magdeburg, Aken, Torgau, Riesa, Dresden und bis in die Tschechische Republik. Entlang der Unterelbe laufen Binnenschiffe unter anderem Brunsbüttel, Cuxhaven und Glückstadt an. Auf dem Elbe-Seitenkanal mit der Verbindung zum Mittellandkanal gibt es Anschlüsse an Braunschweig, Haldensleben, Hannover und Minden. Zudem verkehren Binnenschiffe regelmäßig nach Berlin. Die Nachfrage nach diesen Binnenschiffs-Verbindungen ist groß.

HVCC optimiert Schiffsverkehre

Zu dieser Entwicklung trägt maßgeblich das HVCC Hamburg Vessel Coordination Center als Gemeinschaftsunternehmen der HHLA und der Eurogate Container Terminal Hamburg bei. Seit über zehn Jahren optimiert das HVCC als Koordinationsstelle Großschiffs-, Feeder- und auch Binnenschiffsverkehre bei der Anfahrt und der Rotation im Hafen sowie beim Auslaufen der Schiffe. Daten austauschen, Partner miteinander verbinden und durch möglichst viele Beteiligte das Gesamtsystem Hafen stetig verbessern – das ist die Aufgabe des HVCC.

Früher war ein hohes Maß an bilateraler Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen im Hafen, Binnenschiffern und Reedereien erforderlich. Verspätete sich beispielsweise ein Schiff, löste das enorm viele Telefonate und E-Mails aus. Die zentrale HVCC-Binnenschiffskoordination baut Ineffizienzen entlang der Transportkette mit einer Koordinierungssoftware speziell für Binnenschiffe ab, erhöht die Transparenz von Plandaten und sorgt so für eine verlässlichere Abfertigung.

„Die neue Plattform digitalisiert die Planung von Binnenschiffsanläufen in Hamburg, die Koordination der Rundläufe im Hafen sowie die Liegeplatzvergabe und Terminalabfertigung und gestaltet die Prozesse wesentlich transparenter“, sagt HVCC-Geschäftsführer Gerald Hirt. „So stellen wir einen synchronen Datenaustausch zwischenBinnenschiffsreeder, Schiffsführung, Terminals und HVCC sicher.

Das HVCC nutzt frühzeitig Synergien, die sich aus der Planung von Schiffsanläufen an den Terminals ergeben und optimiert so die Hafenrotation insgesamt. Das führt zu kürzeren Liegezeiten im Hafen, besser geplanten Schiffsanläufen, einer optimalen Auslastung der Terminals und zu einer höheren Abfertigungsqualität. Für die Reedereien bedeutet das weniger Treibstoffverbrauch und die Vermeidung unnötiger Wartezeiten. Das macht das Binnenschiff insgesamt attraktiver für Spediteure und Verlader, die damit ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren können.

Die bessere digitale Integration in den Hafen wertet das Binnenschiff als leistungsstarkes und umweltfreundliches Verkehrsmittel auf. Das weiß auch der Hamburger Wirtschaftssenator Michael Westhagemann: „Eine Einrichtung wie das HVCC ist europaweit einzigartig. Es hat sich zu einem etablierten Player in der maritimen Welt entwickelt und ist ein Best-Practice-Beispiel für gelebte Digitalisierung im Hamburger Hafen. Der Aufbau einer Koordinierungsplattform für die Binnenschifffahrt wird die Wettbewerbsfähigkeit dieses nachhaltigen Verkehrsträgers weiter erhöhen. Das ist positiv für Hamburg als Hafenstandort.“ Die Entwicklung der HVCC-Binnenschiffsplattform wurde von der Behörde für Wirtschaft und Innovation gefördert. 

Version vom 16.11.2022

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