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Hamburger Speicherstadt ist Weltkulturerbe der UNESCO

Die Hamburger Speicherstadt wurde am 5. Juli 2015 gemeinsam mit dem benachbarten Kontorhausviertel von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Der mehr als 125 Jahre alte Lagerhauskomplex ist ein lebendiges Quartier, das vielfältig und kreativ genutzt wird. HHLA Immobilien sorgt dafür, dass die Speicherstadt wirtschaftlich erfolgreich und gleichzeitig ein historisch wertvoller Anziehungspunkt für Millionen von Besuchern ist und bleibt.

Im größten historischen Logistikzentrum der Welt, der Hamburger Speicherstadt, wird nicht mehr viel gelagert. Zwar gibt es noch „klassische“ Lagerhalter, die hier Tee verkosten oder mit Teppichen handeln. In den meisten Speicherblöcken tummeln sich aber Touristen und Museumsbesucher, Werber, Mode-Einkäufer und seit Ende 2014 sogar Hotelgäste. Die Eröffnung des ersten Hotels in der Speicherstadt war eines der spannendsten Projekte für die Entwicklung des Quartiers.

Klaus Hadaschik, der Geschäftsführer der HHLA Speicherstadt Immobilien GmbH, sieht in der Hotel-Eröffnung einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Zukunft. Für ihn ist die nachhaltige Entwicklung der Gebäude der beste Denkmalschutz: „Um ein so einzigartiges Quartier wie die Hamburger Speicherstadt dauerhaft zu erhalten, müssen wir die insgesamt 300.000 m2 Nutzfläche weiterentwickeln.“ Der Spagat zwischen der Bewahrung des traditionellen Bestands und einer vitalen Neuausrichtung ist nicht immer einfach. Aber schließlich verfügt die HHLA als Eigentümerin über mehr als 125 Jahre Erfahrung im Umgang mit den historischen Speicherbauten.

 

Seit 1991 als Ensemble unter Denkmalschutz

Die „Neuerfindung“ der Speicherstadt, die seit 1888 ein bedeutender Teil des modernen Hafens war, begann mit einem ersten radikalen Versuch des Hamburger Senats 1988. Er beschloss ein Konzept zur Privatisierung der Speicherstadt, die damals noch zu 90 Prozent aus vollständig vermieten Lagerflächen bestand. Der Widerstand der Teppichhändler, Quartiersleute und Schiffsausrüster wie auch der Stadtöffentlichkeit kam heftig und für den Senat unerwartet. Er ließ seine Pläne schnell fallen und stellte 1991 die Speicherstadt als Ensemble unter Denkmalschutz. Privatisiert wurde nur das Areal an der Kehrwiederspitze.

In den folgenden Jahren beschleunigte sich der Strukturwandel. Viele Waren wurden in modernere, effektivere Hallen verlagert. Bereits im Jahr 2000 waren nur noch 49 Prozent der Speicher als klassische Lagerfläche in Nutzung. Stadtplaner begannen, das Potenzial dieser urbanen Ressource wahrzunehmen. Wohin die Reise gehen könnte, hatte neben den ersten Büroumbauten in Block W bereits 1997 ein überaus erfolgreicher Test für künftige Nutzungen gezeigt: die große Ausstellung „Titanic – der Mythos“.

 

Öffnung für attraktive innerstädtische Nutzung

Die HHLA entschied sich 2001 für das bis heute konsequent umgesetzte Konzept einer aktiven Entwicklung der Speicherstadt. Sie soll eine Brücke schlagen zwischen der bisherigen Hamburger Innenstadt und der neuen HafenCity. Ziel ist eine Öffnung für innerstädtische Nutzung, bei gleichzeitiger Bewahrung ihres einmaligen historischen Charmes. Beides ist HHLA Immobilien als Projektentwickler und Vermieter gelungen.

Eine wichtige Grundlage für die erweiterte Nutzung wurde am 13. September 2012 gelegt, als die Hamburgische Bürgerschaft die Speicherstadt aus dem Hafengebiet entließ. Damit ist sie nicht mehr für „hafenspezifische Nutzungen“ reserviert, die weitere Entwicklung wird erheblich einfacher.

 

Kultur und Kaffee in die Speicher

Prägend für den Strukturwandel ist die vielfältige Kultur- und Kreativszene mit den Flaggschiffen Miniatur Wunderland, Hamburg Dungeon oder Dialog im Dunkeln, mit großen und kleinen Werbeagenturen, mit einer großen Zahl von Showrooms für Modelabel und Künstlerateliers. Die Mieter schätzen das besondere Flair der hohen Backsteinbauten im neo-gotischen Stil, eingerahmt von Kanälen und Fleeten mit ihren wechselnden Tide-Wasserständen.

 

Höchst effektvoll wird das Ensemble bei Dunkelheit durch ein nächtliches Beleuchtungskonzept in Szene gesetzt, das der Verein „Licht-Kunst Speicherstadt“ organisiert. An besonders reizvollen Spots drängeln sich in der Dämmerung Fotografen um die besten Plätze für „typische“ Hamburg-Fotos. Trotz allem Charme bieten die alten Blöcke weiterhin beste Bedingungen für die Lagerung insbesondere empfindlicher Waren. Dank der Teppichhändler ist die Speicherstadt das größte Orientteppichzentrum der Welt. „An diese Tradition der Speicherstadt wollen wir anknüpfen“, sagt Klaus Hadaschik.

Ein Beispiel dafür ist die Kaffeerösterei, Kehrwieder 5, direkt neben dem Miniatur Wunderland. Hier wird der Kaffee mitten im großen Gastraum geröstet. Mit Café, Rösterei und Shop lebt das einst wichtigste Handelsgut der Speicherstadt wieder auf. Solche Mieter, die produzieren oder lagern, sucht HHLA Immobilien gezielt. „Eine Uhren-Manufaktur oder eine kleine Brennerei für Edel-Spirituosen könnte ich mir hier gut vorstellen“, erzählt Hadaschik und lächelt, als hätte er bereits ein konkretes Geschäft angebahnt.

 

Lebendige Geschichte

Der Freihafenstatus, mit dem das historische Quartier von 1888 bis Ende 2002 von der Innenstadt getrennt war, spielt heute keine Rolle mehr. Nur Reste des alten Zollzauns und daneben ein Kontrollpunkt mit Puppen-Zöllnern erinnern noch daran. Die Vergangenheit bleibt in einer Vielzahl von Museen und Ausstellungen lebendig, etwa im Speicherstadtmuseum, im Zollmuseum, im Gewürzmuseum und im Kesselhaus.
„Aber wir sind hier kein Museumspark!“ betont Immobilien-Chef Hadaschik. Die Speicherstadt lebt und muss sich fortlaufend wandeln. Dafür sanieren die HHLA-Entwickler sensibel die historische Bausubstanz. Im Dialog mit neuen Nutzern beachten sie die strengen Auflagen der Denkmalpflege, etwa den Erhalt charakteristischer Elemente wie Gusseisenfenster oder Balkendecken. Gleichzeitig denken sie weit voraus, an langfristigen Substanzerhalt und künftige Lebenszyklen.

 

UNESCO-Weltkulturerbe: Vieles richtig gemacht!

Seit dem 5. Juli gehören die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel mit dem Chilehaus zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nur die Besten unter den herausragenden Zeugnissen der Menschheits- und Naturgeschichte dürfen den Titel tragen, weltweit weniger als 800 Kulturdenkmäler. In Hamburg ist es das erste Denkmal dieser Art.

Für Hadaschik ist die Auszeichnung der UNESCO eine große Ehre und natürlich auch Bestätigung für die geleistete Arbeit: „Es zeigt uns, dass wir vieles richtig gemacht haben.“ In der täglichen Arbeit des Teams von HHLA Immobilien wird sich daher nicht viel ändern. „Nach wie vor müssen die strengen Auflagen der Denkmalschutzbehörde, die auch in unserem Interesse liegen, beachtet werden“, so Hadaschik. „Die bereits seit längerem betriebene Öffnung der Speicherstadt für unsere Besucher und vor allem interessierte Mieter, setzten wir fort.“