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Nachtquartier

Ob für ein romantisches Wochenende, Sightseeing oder einen Geschäftstermin: Das „Ameron Hotel Speicherstadt“ ist die perfekte Hamburg-Location. Die HHLA hat das ehemalige Kontorhaus in eine 4-Sterne-Unterkunft verwandelt.

 

Sachlich, nüchtern, funktional: So präsentiert er sich nach außen – der Block O am Sandtorkai in der einzigartigen Hamburger Speicherstadt. Hinter dem konsequenten Fassadenraster mit durchlaufenden Fensterbändern lagen einst zweckmäßige Büroräume; hier drehten sich noch Stempelkarussells auf den Schreibtischen, wurden Bleistifte gespitzt und Aufträge mit Durchschlagpapier geschrieben. Hamburger Kaufleute wickelten an diesem Standort über viele Jahrzehnte hinweg Transaktionen im internationalen Kaffeehandel ab.
Doch dezent goldene Buchstaben über dem Eingang verraten die aktuelle Nutzung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes: Als erstes Haus dieser Art heißt das „Ameron Hotel Speicherstadt“ seit Herbst 2014 seine Gäste in diesem reizvollen Quartier willkommen – direkt an der Schnittstelle zwischen den historischen Backstein-Lagerhäusern und dem jungen, wachsenden Stadtviertel HafenCity.

 

Originelles Interieur

Heute empfängt das ehemalige Kontorhaus seine Besucher mit zeitgemäßem Komfort und modernster Hotelkultur. Trotzdem erleben Stadttouristen und Geschäftsreisende dank der denkmalgerechten Sanierung und des originellen Interior-Designs des Vier-Sterne-Plus-Hauses eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die 1887 gegründete Hamburger Kaffeebörse am Sandtorkai war – nach New York und Le Havre – einer der bedeutendsten Handelsplätze für Kaffee. Der ursprüngliche Block O aus dieser Zeit wurde zwar im Krieg zerstört, doch auch der Wiederaufbau durch den bekannten Hamburger Architekten Werner Kallmorgen (1902–1979) diente dem Geschäft mit den aromatischen Bohnen. Neben dem Bürogebäude, das heute die 192 Zimmer und Suiten des Hotels beherbergt, plante er auch die neue Börse auf der gegenüberliegenden Seite des Brooksfleets. Deren Warentermingeschäfte wurden zwar 1958 schon wieder eingestellt, doch viele authentische Details aus den legendären 1950er-Jahren wie Kronleuchter, Gewölbedecken oder Tafeln für die Börsenkurse sind bis heute erhalten. Sie geben jetzt dem Restaurant- und Veranstaltungsbereich des Speicherstadt-Hotels ihr ganz besonderes Flair, auch wenn der Kaffee hier nicht mehr gehandelt, sondern nur noch genossen wird. Eine ebenfalls von Kallmorgen entworfene verglaste Fußgängerbrücke über das Fleet verbindet den Hotelbereich mit der ehemaligen Kaffeebörse. „Dieses Gebäudeensemble verleiht unserem Hotelkonzept einen ganz außerordentlichen Reiz“, sagt der General Manager des Hauses, Michael Lutz. „Wenn die Gäste schon morgens auf dem Weg zum Frühstück auf vorbeifahrende Barkassen blicken können, unterstreicht das aufs Schönste den maritimen Charakter dieses hafennahen Standortes.“

Neue Perspektiven

Für die unverwechselbare Atmosphäre des Hotels sorgen aber vor allem die gediegene, individuelle Einrichtung und ein vielfältiges, sensibel abgestimmtes Kunstkonzept. Möbel im Stil der 50er- und 60er-Jahre, harmonisch kombiniert mit ungewöhnlichen Lampen und originellen Accessoires, machen nicht nur die Gästezimmer, sondern auch Lobby, Lounge und Restaurant zu einladenden Aufenthaltsräumen. Bieder wird es jedoch trotz dunkler Holzvertäfelung und üppiger Velourspolster nicht, denn eine umfangreiche Sammlung mit zeitgenössischen Gemälden, Grafiken, Fotografien und Skulpturen sorgt im ganzen Hause für anregenden Kunstgenuss. Die 2012 von der Hamburgische Bürgerschaft besiegelte Entlassung der Speicherstadt aus dem Hafengebiet bildete eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung des Hotelbaus am Brooksfleet: Denn zuvor waren andere als hafenspezifische Nutzungen nur im Ausnahmefall genehmigungsfähig. Dank der aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen freuen sich nun Hotelgäste und Restaurantbesucher über Kunst und Komfort im alten Kontor. Und die 1991 unter Denkmalschutz gestellte Speicherstadt gewinnt neue Perspektiven. „Es ist uns eine ganz besondere Freude, unser neuestes Haus in einem so einzigartigen Umfeld betreiben zu können“, sagt Hotelier Thomas H. Althoff, der in Deutschland und der Schweiz neun Hotels betreibt. „Wir sind stolz darauf, durch das ‚Ameron Hotel‘ zur Entwicklung der Speicherstadt im Rahmen des bestehenden Gesamtkonzeptes beitragen zu können. Wir sind uns sicher, dass Gäste aus aller Welt die besondere Lage und das speziell darauf zugeschnittene Design des Hauses zu schätzen wissen.“

 

Unesco-Welterbe

Die gelungene Revitalisierung von Block O und Kaffeebörse ist ein Beispiel für eine Denkmalschutz-Philosophie, wie sie das gesamte Speicherstadt-Ensemble prägt: Eine langfristige, zeitgemäße Nutzung sichert den Bestand der Gebäude am nachhaltigsten. Das hat auch die Unesco anerkannt: Sie nominierte die historische Speicherstadt 2014 als Welterbe.

 

Kunstgenuss

Das Gestaltungskonzept für das Ameron Hotel Speicherstadt stammt aus der Feder der renommierten Innenarchitekturbüros FINE ROOMS und GEPLAN DESIGN. Deutliche Akzente setzen die Planer im gesamten Haus mit einer umfangreichen Kunstsammlung aus Plastiken, Gemälden, Grafiken und Fotografien. Hafenmotive und Hamburger Stadtansichten verleihen dabei ebenso Lokalkolorit wie eine Serie historischer Fotoaufnahmen aus dem Archiv des Speicherstadtmuseums, die den Betrieb in der alten Kaffeebörse dokumentieren. Im Entree des Hotels grüßt die Affenskulptur eines unbekannten Künstlers, die schon seit frühen Kontorhaus-Zeiten zum Inventar des Block O gehört. Das beliebteste Fotomotiv der Hotelgäste ist der Matrosenkuss am Treppenaufgang im Foyer.