Über-Flieger

Drohnen kommen in Gesellschaft und Arbeitswelt immer häufiger zum Einsatz. Auch bei der HHLA fliegen Drohnen mittlerweile die verschiedensten Einsätze. Doch das ist erst der Anfang.

Der erste Einsatz war leicht. Im August 2018 überbrachte eine HHLA-Drohne den Schlüssel zur Einweihung des Digital Hub Logistics an Geschäftsführer Johannes Berg. „Wir wollen der Motor des digitalen Wandels sein“, kommentierte HHLA-Chefin Angela Titzrath damals den fliegenden Schlüssel-Moment.

Auch außerhalb solcher repräsentativen Aktionen fliegen Drohnen in der Wirtschaft mittlerweile zahlreiche Einsätze.

So bewahren beispielsweise westfälische Landwirte durch Drohnenüberwachung Rehkitze vor dem Tod durch Mähdrescher im Weizenfeld. In Ruanda liefern sie Blutkonserven an Mediziner in unwegsamen Gebieten. Isländer lassen damit Pizza ins Haus kommen.

Starkes Wachstum im Drohnenmarkt

Experten gehen davon aus, dass die wirtschaftliche Bedeutung von Drohnen zunimmt. So sollen alleine in Europa die Umsätze mit gewerblichen Drohnen bis 2025 um mehr als 40 Prozent im Jahr steigen.

Eine Vision auch für die Hamburger Hafen und Logistik AG, deren Start-up HHLA Sky neue Wege zum effizienten Drohnenbetrieb eröffnet. Das Unternehmen hat ein einzigartiges, weltweit skalierbares End-to-End-Drohnensystem für den industriellen Einsatz außer Sichtweite (Beyond-visual-line-of-sight oder BVLOS) entwickelt. Über einen zentralen Leitstand können Drohnenflotten gleichzeitig an unterschiedlichen Einsatzorten auf der Welt gesteuert werden. Die Software der HHLA Sky-Plattform hilft, Datenanalysen mithilfe von Drohnen zu verbessern, Entscheidungen zum Flugbetrieb in Echtzeit zu treffen, betriebliche Prozesse zu optimieren und Risiken durch kontinuierliches Monitoring zu minimieren.

Zur Webseite von HHLA Sky

Praktischer Einsatz

Schon heute setzt die HHLA fliegende Helfer zur Inspektion ihrer Anlagen ein. Beispielsweise kontrolliert eine Drohne auf dem CTT regelmäßig die Containerbrücken. Der ferngesteuerte Flieger checkt, ob die Stahlkolosse an Schweißnähten und anderen stark beanspruchten Stellen Ermüdungserscheinungen zeigen. Jeder Inspektionsflug und die daraus ermittelten Daten werden gespeichert. So lässt sich später auch zeitlich rekonstruieren, ob und wie die Containerbrücke altert.

Vorteil für die HHLA: Die inspizierte Brücke fällt nicht so lange aus.

Fliegende Kontrolle

Weitere Einsatzgebiete sind Wartungsflüge entlang der Speicherstadt-Fassaden oder Inspektionen der Transponderflächen für AGV-Fahrzeuge auf dem Container Terminal Altenwerder.

Ebenfalls dort testen HHLA-Ingenieure im Rahmen eines Projektes mit der TU Braunschweig ein automatisiertes Überwachungssystem für die Gleisanlagen der Blocklagerkräne.

Fliegende Aufsicht: Eine Drohne kontrolliert am CTA die Schienen der Portalkräne.

Dabei prüfen automatische Drohnen, ob die Gleise dieser Portalkräne noch in der Spur liegen. So eine regelmäßige Kontrolle ist wichtig, damit die Kräne nicht überraschend durch Bodensenkungen ausfallen. Dank der automatischen Drohnen-Inspektionsflüge muss der laufende Betrieb dafür nicht unterbrochen werden.

Noch übernehmen Fremdfirmen die Überwachungsflüge auf den Terminals. Doch mit dem Drohnen-Start-up Spherie steht eine HHLA-Beteiligung in den Startlöchern, die diese Aufgabe übernehmen will. So wurde schon der aktuelle HHLA-Virtual-Reality-Film mit einer Spherie-Drohne gedreht. Und die jungen Ingenieure und Techniker um Spherie-Macher Nicolas Chibac haben weitere Pläne.

Das mittlerweile zwölfköpfige Team arbeitet an einer neuen Drohne, die virtuelle 3D-Modelle, so genannte Digital Twins, von Gebäuden, Kaianlagen oder Containerbrücken erstellt. Wie das funktioniert, zeigt das Beispiel Speicherstadt. Der Soll-Zustand wird mit Hilfe der Drohne digitalisiert. Dann legt eine Software den Ist-Zustand digital darüber und erkennt eventuelle Abweichungen und damit erforderliche Fassaden- und Sanierungsarbeiten. Das könnte ein weiterer Schlüsselmoment in der HHLA-Drohnen-Welt werden.

Letztes Update: 12.05.2020