Der Terminal-Designer

Dr. Nils Kemme entwirft Blaupausen für den perfekten Containerterminal bei HPC Hamburg Port Consulting.

Der gebürtige Stader ist seit seiner Studienzeit eng mit der HHLA verbunden. Dr. Nils Kemme hat in Kiel und Oslo Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Logistik studiert. Sein Spezialgebiet: Die Entwicklung komplexer Algorithmen. Im Jahr 2006 schrieb Kemme am Container Terminal Altenwerder seine Diplomarbeit über die Optimierung von AGVs (Automated Guided Vehicles). Das sind die vollautomatischen Fahrzeuge, die den Behälter-Transport zwischen Containerbrücken und Blocklager besorgen. 

Mit seinen Modellrechnungen hat Dr. Kemme echte Pionierarbeit geleistet. Auch seinen Simulationsberechnungen ist zu verdanken, dass die führerlosen AGVs heute so reibungslos und effizient im Dauereinsatz auf dem CTA arbeiten. Diese Diplomarbeit war der Grundstein für Kemmes weitere berufliche und wissenschaftliche Laufbahn. Heute ist er einer der Partner bei der HHLA-Beratungstochter HPC Hamburg Port Consulting.

Zuvor dozierte er an der Universität Hamburg im Fachgebiet Operations Research über Logistiksysteme im Allgemeinen und promivierte dann über die simulationsgestützte Planung und Optimierung von Containerterminals im Speziellen. Mit all seinem Wissen kehrte Dr. Kemme im Jahr 2012 zu HPC zurück und leitete den Bereich Simulation. Unter andrem trieb er die Weiterentwicklung der hauseigenen Software HPCsim voran. „Mit HPCsim können wir den gesamten Containerumschlag eines Terminals detailgenau und dreidimensional simulieren und damit die Auswirkungen von Planungsentscheidungen schon im Vorfeld exakt prognostizieren“, beschreibt Dr. Kemme den Nutzen.

Ob gigantische Containerterminals in Singapur, die komplette Neuplanung einer Anlage für den Hafen Melbourne oder hochmoderne Intermodal-Terminals in den USA – seine Aufträge führen Dr. Kemme rund um den Globus. Dabei lernte er auch exotische Länder wie Nigeria oder Irak kennen.

Der Großteil der Arbeit, also das komplette Terminalmodelling, wird in der Hamburger HPC-Zentrale erledigt. Hier bastelt das Team von Dr. Kemme an komplexen Simulationsmodellen und entwickelt damit das optimale Layout für Containerterminals auf der ganzen Welt. Jede Containerbewegung an der Kaimauer – ob per Kran, Van-Carrier, Gabelstapler oder Lkw – fließt sekundengenau in die Berechnungen ein. Deshalb kann die Arbeit am Computermodell großen Projekten schon mal über zwei Monate dauern.