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/ 21.3.2017

Bauen an Fluss und Fleet

Als Architektin realisiert Rabea Abayan (46) für die Immobilienabteilung der HHLA unterschiedlichste Bauaufgaben. Ihr abwechslungsreiches Betätigungsfeld liegt zwischen Containerterminals und Speicherstadt.

Schon immer war Rabea Abayan fasziniert von den dicken Pötten auf der Elbe und mächtigen Kränen an den Kais – für eine „Hamburger Deern“ nichts Ungewöhnliches. „Richtig  kennengelernt“, so erklärt sie, „habe ich den Hafen mit seinen großen Flächen und komplexen Betriebsabläufen allerdings erst, nachdem ich angefangen habe, für die HHLA zu arbeiten.“

Fünfzehn Jahre ist es jetzt her, dass die Architektin beim Hamburger Hafenlogistiker begann, zunächst in der Immobilienabteilung in der Speicherstadt. Zu ihren Aufgaben gehörte die Sanierung des historischen Speicherblocks W am Alten Wandrahm. Damals gehörte das denkmalgeschützte Backsteinensemble mitsamt dem umschließenden Zaun noch zum Freihafen und der Wandel vom einstigen Zollausland zu einem lebendigen Innenstadtviertel stand am Anfang. Vier Jahre lang begleitete Rabea Abayan diesen Prozess, bevor sie 2006 ihren Arbeitsplatz innerhalb des Unternehmens wechselte: Sie tauschte den Schreibtisch in der Speicherstadt gegen ein Büro mitten auf dem Terminal am Burchardkai als Leiterin Hochbau für die HHLA Container Terminals GmbH. Hier war sie für Modernisierungs- und Neubauvorhaben der Immobilien aller drei HHLA-Terminals zuständig, plante Betriebs- und Mitarbeitergebäude.

„Auf der einen Seite Denkmalschutz, auf der anderen die Handelsschifffahrt – das sind für Planer zwei völlig unterschiedliche Welten“, weiß Rabea Abayan. „Auf den Terminals geht es um reine Industriearchitektur. Die erforderlichen Hallen sind gigantisch groß. Und Funktionsgebäude für die gewerbliche Nutzung erfordern eine robuste Ausführung, damit sie langfristig und zuverlässig halten. Außerdem muss in der Logistik alles schnell gehen, auch das Bauen. Das Gestalterische hatte sich häufig unterzuordnen.“ Neun Jahre lang wirkte Rabea Abayan in dieser „logistischen Brandung“, bevor sie Im Sommer 2015 als Stellenleiterin der Realisierung im Baumanagement der HHLA Immobilien in die Firmenzentrale, ins „Rathaus“ der Speicherstadt,  zurückkehrte.

Seitdem werden von der Architektin wieder filigranere Lösungen erwartet. Hier ist sie nicht nur für Personalfragen mitverantwortlich, sondern auch maßgeblich an der behutsamen Weiterentwicklung von Hamburgs erster UNESCO-Welterbestätte beteiligt. Eine ihrer aktuellen Aufgaben: Die Koordination sämtlicher Umbaumaßnahmen des historischen Speichers M28 Am Sandtorkai zu einer neuen Heimat für Hamburger Künstler und Kreative. „Auf rund 5.500 Quadratmetern entstehen im ehemaligen Lagerhaus Ateliers, Werkstätten und Arbeitsräume mit Loftatmosphäre“, so Abayan. „Der Ort, an dem früher Kaffee, Tee und Gewürze lagerten, soll die neuen Nutzer inspirieren.“  

Ob Baustelle am beschaulichen Fleet oder auf einem der geschäftigen Containerterminals – Rabea Abayan liebt ihren Beruf: „Sowohl die ganz unterschiedlichen Bauaufgaben als auch die jeweiligen Leistungsphasen innerhalb eines Projektes sorgen für Abwechslung und immer neue Herausforderungen. Das gefällt mir.“ Langeweile wird da nicht zum Problem – eher schon mal der Stress. Aber auch dafür hat die charmante Hamburgerin ihre Taktik: „Sicherheit vermitteln und souverän bleiben!“

Bestens erholen kann sich die Architektin auf Urlaubsreisen zu immer neuen Zielen in aller Welt oder bei einem Ausritt mit ihrem Pferd. „Und besonders gerne fahre ich mit dem Fahrrad durch Hamburg, denn diese Stadt verändert sich ständig!“